Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Getreide: Bauern bleiben auf ihrem Getreide sitzen
Richard Ebert  Am: 12.11.2008 20:43:57 Gelesen: 13412# 1 @  
Getreidepreise: Sofort-Verkauf ein Vorteil

Von Ilona Stark

Thüringer Allgemeine (12.11.08) - Auf dem Getreidemarkt läuft im Moment nicht viel, die Preise sanken auf Grund der Finanzmarktkrise enorm. Glück hatte, wer gleich in der Erntezeit verkaufte. Was die Landwirte jetzt noch im Lager haben, bleibt zumeist erst mal liegen.

Das kann nicht gut gehen, war sich der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Erfurt-Sömmerda, Dietrich Kirchner, schon lange sicher. Zu viel Spekulation trieb die Preise in die Höhe, was den Landwirten zwar angesichts einer mäßigen Ernte im Landkreis im vergangenen Jahr nicht unlieb war, aber langfristig eben nicht gut sein konnte. Der drastische Preissturz kam mit der Finanzmarktkrise deshalb für viele Bauern nicht völlig überraschend. Wurden für den sogenannten A-Weizen im vergangenen Jahr noch 17 Euro pro Dezitonne gezahlt, sind es heute noch etwa 13 Euro. Bei Futtergerste sank der Erlös von 17 auf etwa 11 Euro, für die Braugerste gab es 2007 um die 30 Euro - jetzt die Hälfte.

Doch die hochgepuschten und jetzt wieder abgeflauten Preise sind nur die eine Seite der Medaille. Die andere sind die deutlich gestiegenen Betriebskosten. Der Preis für Stickstoff-Dünger hat sich mehr als verdoppelt, Phosphor stieg gar um das Dreifache. Pflanzenschutzmittel sind teurer geworden, der Treibstoff auch. Gerade in den Monaten Juli, August und September, wo der meiste Diesel verbraucht wurde, kletterten die Preise an den Tanksäulen am höchsten. Und während sich die Getreidepreise nun teilweise halbierten, bleiben diese Kosten auf hohem Niveau, die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben ging dadurch weiter auseinander.

Gut gefahren ist in diesem Sommer, wer seine Ernte gleich und damit noch bei hohen Preisen verkaufen konnte. Ganz anders als in vergangenen Jahren, als die Einlagerung und späterer Absatz sich auszahlten. Wiedereinrichter Alexander Gräßer in Großmonra gehört zu den Glücklichen. Schon im März hatte er einen guten Vertragspreis für Wintergerste, Braugerste und Raps ausgehandelt. Als der Landwirt merkte, dass sich auf dem Getreidemarkt etwas zusammenbraut, veräußerte er auch den Weizen schnell. Kurz darauf brachen die Erlöse ein. "Ein bisschen Glück gehört dazu", ist auch Vater Fritz Gräßer froh.

Dietrich Kirchner hat in seinem Betrieb, der Laproma AG Schloßvippach, noch knapp die Hälfte des Getreides eingelagert. Er setzt auf die Qualität seines Elite-Weizens, der nach wie vor recht gut bezahlt werde. Der Markt reagiere insgesamt sehr nervös, viel laufe im Moment nicht. Dennoch müsse man Ruhe bewahren und jeder Unternehmer seine eigenen Verkaufsentscheidungen treffen. Für den Berufsstand fordert der Bauernverbands-Kreischef vor allem eins: Chancengleichheit innerhalb der EU.

(Quelle: http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.soemmerda.volltext.php?kennung=on3taLOKStaSoemmerda39762&zulieferer=ta&kategorie=LOK&rubrik=Stadt®ion=Soemmerda&auftritt=TA&dbserver=1)

---

Was wäre besser gewesen ? Am besten wäre ein Terminmarkt für Futtergerste gewesen, auf welchem ein Teil der Ernte zu den höchsten Preisen seit Jahrzehnten hätte verkauft werden können.


 
Graintrader  Am: 13.11.2008 18:21:59 Gelesen: 13317# 2 @  
@ Richard Ebert [#1]

Herrn Kirchner wünsche ich viel Glück bei der Vermarktung seines E - Weizens. Wer so faktenresistent ist, braucht dies auch.

Woher dieser Optimismus kommt, ist unbegreiflich. Der Qualitätsweizen nähert sich allmählich schon dem Interventionspreis, die Gerste ist schon da. Prämien von € 50 - 70 /to sind nicht zu realisieren. Mir ist bereits häufiger E - Weizen aus Österreich angeboten worden, was letztlich auf ein nicht mehr vorhandenes Italien Geschäft deutet. Mühlen benötigen nur noch in kleinen Mengen E - Weizen; man hat sich auch schon woanders bedient. Im Export spielt E - Weizen keine wirkliche Rolle und die wenigen Exportschiffe sind bereits von weitsichtigen Erzeugern bedient worden.

Hoffentlich hat Herr Kirchner seine Landwirte besser beraten, als sich selber !
 
Ackerspezi  Am: 08.12.2008 10:59:41 Gelesen: 13085# 3 @  
@graintrader
Nach einigen Tagen zögern und recherchieren habe ich mich vor ca. 3 Wochen entschlossen, das restliche Getreide zum schlechten Kurs (138)abzusichern - am Freitag habe ich alles an der Matif aufgelöst.
War das nun auch noch zu früh?? Wie groß wird den der Abstand zwischen Weizen und Roggen bleiben? Jendenfalls danke für die guten und emotionslosen Kommentare. Kann denn das Getreideangebot bei diesen Preisen ( dazu noch immer rel. teurer Dünger) im nächsten Jahr ähnlich hoch ausfallen?
Hätte doch dazu gerne mal fundierte Meinungen.
Kann Herr Ebert vielleicht mal einen Chart raussuchen, der die Korrelation von Dünger- und Getreidepreisen aufzeigt?
MfG
Ackerspezi
 
Mona Lisa  Am: 08.12.2008 12:00:45 Gelesen: 13051# 4 @  
@ Ackerspezi [#3]

Hallo,

es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass NUR 20 % der Getreideernte 2008 direkt aus der Ernte verkauft wurden. Genau weiss das keiner, aber die Faktenresistenz ist in der Landwirtschaft allgemein recht ausgeprägt. So dachten die Milchbauern auch an die große Wende beim Milchpreis!

Allerdings:
Die Intervention stellt doch eine Grenze nach unten da. Wenn sich die Kurse nun schon diesem Niveau nähern, dann ist doch die Frage angebracht, was mit der nächsten Ernte geschieht! Dies finde ich viel interessanter, das laufende Jahr kann man bis auf kleine Hoffnungen im Frühjahr wohl abhaken!
Wenn zurzeit der Nov09 Termin für unter 140 €/t gehandelt wird, dann stellt sich mir die Frage des realistischen Preiskorridors. Die Luft nach unten kann schwer über 20 € ausmachen, da die Intervention irgendwann Menge abnimmt. Nach oben gebe ich den Anbaustatistiken und der geringen Wahrscheinlichkeit zweier aufeinanderfolgender Spitzenernten größere Bedeutung, zudem wird durch die Finanzkrise mehr die Produktion leiden als der Verbrauch! Evtl. wird die spekulative Komponente geringer, aber die fundamentalen Daten werden auch in Krisenzeiten 180 €/t realisieren können, zumal die Produktion zu derzeitigen Kosten auch kommendes Jahr nicht ausgedehnt wird!
Bei einigen Landwirten sollte die Liquidität vorhanden sein, um die Ernte 2008 sogar zu überlagern!

Gruß
 
Graintrader  Am: 08.12.2008 16:48:49 Gelesen: 12944# 5 @  
@ Ackerspezi [#3]

Man sollte sich wirklich freimachen von den herkömmlichen Differenzen zwischen zwei oder mehreren Getreidearten. Wer aufmerksam die vergangenen
zwei Jahre verfolgt hat, wird sehen, dass es teilweise überhaupt keine Differnzen mehr gab oder je nach Markt drunter oder drüber lag. Ich glaube, dass man sich allmählich mit Gedanken vertraut machen muß, jede
Ware für sich selber zu betrachten und zu handeln. Die " Gesetze " von früher sind definitiv aufgehoben.
Das Angebot kann durchaus gleich oder höher ausfallen. Es dürfen nur keine wettermässigen Störungen auftreten. Aber wenn man von Normalverhätnissen ausgeht ( muß jeder seriöse Kaufmann )wird unabhängig von hohen oder niedrigen Düngerpreisen wahrscheinlich mehr Angebot vorhanden sein. Die Begründung liegt schlicht in den jährlich sich verbessernden Erträgen in Osteuropa. Dort kommt man von sehr niedrigen Erträgen und wenn man eine Steigerung von 3,5 auf nur 3,5 to/ha auf die gewaltigen Flächen berechnet, kommt mann dort schon hin.

Ganz so optimistisch wie Mona Lisa bin ich nicht.
Ich glaube sehr wohl, dass die zu erwartete Krise noch mehr den Verbrauch schrumpfen lässt. Wenn wir schon zu Normalzeiten Probleme bei Schwein und Huhn haben, so kann sich dass durch einen schrumpfenden Verbrauch ( und hier sind inbesondere die Schwellenländer, wo es um Mengen geht, gemeint ) nur erheblich verschärfen.
Zu dem kommt der Aufbau von Getreidevorräten ( Indien / China u.a.) sowie neue Lagerbestände in der EU lassen die Nachfrage sicherlich nicht hochschnellen.
Prima Ratschlag, dass die Landwirte überlagern sollen. Somit wäre dann auch der letzte Rest an Liquidität weg und man hat sich wenigstens mal wieder in puren Spekulation bewegt - auch wenn's nix gebracht hat.
Und überhaupt - was für fundamentale Daten?
Seit Jahren wird immer wieder beschworen, dass die Bestände sinken und die Nachfrage immens steigen wird. Der einzige Effekt bis heute, war ein kurzes Zischenhoch, das auch nicht den "fundamentalen" Daten entsprach, sondern der puren Spekulation.
Fundamental ist da, wo der Markt ist !
 
Mona Lisa  Am: 08.12.2008 18:21:29 Gelesen: 12905# 6 @  
@ Graintrader [#5]

naja, der Markt der letzten Jahre lässt sich doch wunderbar überprüfen!
In wievielen Ernten der letzten 10 Jahre überstieg die Produktion den Verbrauch? > oder < 5 ? Wurden Bestände auf oder abgebaut?

Wie stark ist die Effizienzsteigerung weltweit in den letzten 10 Jahren gewesen?!
Die Ertragszuwächse und Anbauflächen steigen langsamer oder schneller als der Verbrauch?! Ich finde es schon seltsam, dass klare mittel- und langfristige Tendenzen durch kurzfristige Ereignisse in den Hintergrund rücken! Der MARKT kann in beide Richtungen übertreiben, keine Frage!

Es ist ja nicht so, dass wir jetzt im Überfluß ertrinken. Das wäre wirklich übertrieben! Es wurden lediglich die eingepreisten Erwartungen in der Menge übertroffen!

Es sollte sich auch kein Landwirt einbilden, dass das Getreide ihm zu golden Zeiten verhelfen wird bzw. die Landwirtschaft den Platz der Energiescheichs einnimmt. Der Markt wird immer wieder Produktionsanreize bieten, so dass immer nur die besten der Branche richtig Geld verdienen werden. Wenn das so einfach ginge, würde es ja jeder machen! Je größer die Margen, desto höher die Intensität. Es wird kein Problem sein die 9 Mrd. Menschen 2050 zu ernähren, wenn neue Technologien zu höherer Effizienz führen.

Ein auf und ab wird es immer geben, vielleicht dauert es dann eben bis 2010, aber der Durchschnitt der nächsten zwei Jahre liegt mit Sicherheit über dem in der alten Zeitrechnung des Interventionsniveaus!

Gruß
 
Joachim Ruhmann  Am: 08.12.2008 18:43:52 Gelesen: 12893# 7 @  
Hallo Ackerspezi,

es gibt eine Korrelation der Mais- mit den Harnstoffnotierungen, hier ab Schwarzmeerhäfen. Ich habe diese grafisch aufbereitet, packe es aber nicht, das hier in das System bringen.

Gern gebe ich sie an jemanden weiter, der diese dann in das Forum reinstellt.

Gruß
 
Graintrader  Am: 09.12.2008 09:17:49 Gelesen: 12814# 8 @  
@ Mona Lisa [#6]

Natürlich ist es seltsam, dass miitel - und langfristige Tendenzen überlagert werden. Leider hat die Zeit sich gewandelt und man ist nur noch im kurzfristigen Bereich unterwegs. So wird es doch wunderbar in der
aktuellen Situation deutlich -
Aktien sind weniger wert als das Unternehmen substanzmässig oder sogar nur deren Kassenbestand, Röhöl ist pfui und sollte am besten gar nichts mehr kosten, genauso wie mit einem Dutzend anderer Rohstoffe, von denen es vor 4 Monaten noch hiess, dass eine Rohstoffknappheit droht und wahrscheinlich bald jeder Preis bezahlt wird. Man muss nur jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf treiben, damit die Leute hinterher springen können.
So ist es ausschliesslich wichtig, welcher Gewinn heute gemacht werden kann - wer länger als 14 Tage denkt, gilt als Phantast !
Und genauso verhält sich auch unser Markt : Heute gibt es mehr Produktion als wir verbrauchen können, also müssen die Preise runter.
Dass global gesehen, die Bestände wahrscheinlich miitelfristig sinken, mag zwar richtig sein, interessiert in Wirklichkeit aber nur eine Handvoll Statistiker.
 
Mona Lisa  Am: 09.12.2008 09:50:44 Gelesen: 12794# 9 @  
@ Graintrader [#8]

...eine absolut riskante Entwicklung, denn das macht die Ausschläge (Volatilitäten) immer heftiger!

Das erinnert doch sehr stark an den "Schweinezyklus" des Marktes. Wenn die Anpassung der Produktion aufgrund der Begebenheit der Ernteperioden (1/2 - 1 Jahr) einem Anreiz des Marktes nur verzögert folgen kann, dann gibt es einen mächtigen Jo-Jo-Effekt!

Der Produzent muss ja eine Entscheidung treffen, die über zwei Wochen hinausgeht! Im Schweinebereich ist derjenige mit "antizyklischem" Verhalten bisher ganz gut gefahren!#
 
Graintrader  Am: 09.12.2008 10:07:11 Gelesen: 12779# 10 @  
@ Mona Lisa [#9]

Im Getreidenereich wäre dies absolut wünschenwert aber das Gegenteil ist der Fall. Wenn in einem Jahr wegen geringerem Roggenaufkommen hohe Preise
gezahlt werden, kann man die Uhr danach stellen, dass die Landwirte im
kommenden Jahr die Menge verdoppelt haben und sich dann darüber wundern,
dass der Preis rapide sinkt. Hier gibt es ein absolutes lemminge - Verhalten ohne nachdenken oder Konzept
 
Ackerspezi  Am: 09.12.2008 13:37:00 Gelesen: 12739# 11 @  
Ist jemand in der Lage, die von Herrn Ruhmann angebotene Dienstleistung hier einzustellen? Dazu bin ich leider nicht in der Lage. Wie siehts denn mit den Experten hier im Forum aus, z.B. Paul o.ä.. Ich denke, die Grafiken sind durchaus interessant.
@graintrader
was soll man machen, wenn man 20-er Böden hat. Da geht nichts anderes als Roggen und der Regen entscheidet über die Erntemenge.
 
Mona Lisa  Am: 09.12.2008 14:30:19 Gelesen: 12720# 12 @  
@ Ackerspezi [#11]

Mais?
 
Graintrader  Am: 09.12.2008 16:09:57 Gelesen: 12699# 13 @  
@ Ackerspezi [#11]

Interessante Frage. Auf solchen Böden ist Roggen normal.
Gemeint waren die, die auf einmal den Anbau verdoppeln und das nicht nur bei 20 er Böden. Die Frage ist einfach, mal sehr genau den Markt zu beobachten, ob sich von den Vermarktung nicht etwas anderes mehr lohnt. Mais war zwar schon eine gute Idee von Mona Lisa, ist aber glaube ich zu anfällig, wie wir in den letzten beiden Jahren gesehen haben. Möglicherweise als Energiemais und dann ab ins Biogas.
Ab und zu rechnen sich auch Futtererbsen / Lupinen / Bohnen. Muss man einfach mal genauer durchleucten ( Aufwand / Ertrag / Vermarktung ).
In manchen Gegenden hat sich auch Keksweizen bewährt. Dieses Jahr zwar nicht gerade der Hammer aufgrund der Masse aber aber mal zum nachdenken.
 
Richard Ebert  Am: 10.12.2008 07:50:40 Gelesen: 12619# 14 @  
Schlechte Aussichten!

Von Marc Nitzsche

Rohstoff-Trader.de (08.12.08) - Nachdem wir in unseren letzten Kolumnen über die Subprime-Krise und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft und Rohstoffe geschrieben haben, wollen wir uns diesmal wieder einer handfesten Fundamentalanalyse der Situation bei den Agrarrohstoffen widmen.

Die niedrigen Preise haben bereits dafür gesorgt, dass sich die Produktion für manche Waren nicht mehr lohnt und insbesondere bei Mais und Sojabohnen gibt es bereits Spekulationen, dass aufgrund der geringen Preise die Ernte in südlichen Gebieten unterhalb des Äquators in Gefahr sein könnte. Der Einsatz von Dünge- und Spritzmittel ist sehr kostspielig und lohnt sich teilweise bei den derzeitigen Preisen nicht mehr.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.rohstoff-trader.de)


 
Richard Ebert  Am: 22.12.2008 11:10:34 Gelesen: 12441# 15 @  
Getreideangebot dürfte nach dem Jahreswechsel langsam zunehmen

ZMP (18.12.08) - Nach der saisonüblichen Umsatzflaute dürfte hierzulande das Getreideangebot der Erzeuger und Handelsunternehmen nach dem Jahreswechsel nur langsam aufleben. Gleichwohl steht aus der Landwirtschaft noch deutlich mehr Getreide als in Normaljahren zum Verkauf an.

Aus Sicht der Erzeuger ist eine zügige Getreidevermarktung nicht angesagt, da für das Frühjahr auf die positive Marktwirkung erster Anbau- und Ernteprognosen für 2009 spekuliert wird. Für Gerste steht zur Angebotsentlastung ohnehin zunehmend die Intervention im Vordergrund.

Mühlen größtenteils versorgt

Mühlen und Stärkefabriken haben bereits einen bedeutenden Teil ihres Rohstoffbedarfes für die ersten Wochen nach dem Jahreswechsel kontrahiert und dürften daher im Januar ohne großen Schwung einkaufen. Auch den Rohstoffeinkauf für die Liefertermine im Februar und März dürften diese Verarbeiter ruhig angehen, zumal vom EU-Getreideexport und der innergemeinschaftlichen Nachfrage wenig Impulse erwartet werden.

Für Drittlandsausfuhren bleibt weiterhin die Währungsrelation zwischen Euro und Dollar von Bedeutung. Viele Anzeichen sprechen eher für eine weitere Abschwächung der US-Währung, was die Chancen für EU-Getreide am Weltmarkt schmälert.

Kaum Ansatzpunkte für festere Getreidepreise

Die Getreidepreise bieten derzeit wenig Ansatzpunkte für Erholungstendenzen. Ausschlagge-bend für die weitere Entwicklung werden die Entwicklungen an den internationalen Rohstoff-, Aktien- und Finanzmärkten sein.

Zunehmend Marktwirkung dürften aber auch die ersten Anbau- und Angebotsprognosen für 2009 erlangen. Hinweise auf Flächeneinschränkung könnten beispielsweise die Weizen- und Maispreise unterstützen.

Für Roggen, Gerste und Triticale sind die Preiserwartungen indes weiterhin trübe. Allerdings dürfte der Interventionspreis zumindest bei Gerste eine gewisse Stabilisierungsfunktion ausüben.

(Quelle: http://www.zmp.de/agrarmarkt/ackerbau/2008_12_18_Vorschau_Getreide_Januar.asp)
 
Richard Ebert  Am: 24.12.2008 06:12:35 Gelesen: 12372# 16 @  
Bulgarien ist 2008 drittgrößter Getreideexporteur der EU

Radio Bulgarien (23.12.08) - Für 2008 wurden vom Agrarministerium Rekordexporte abgerechnet. Seit dem 1. Juli wurden ca. 2,2 Millionen Tonnen Weizen, Gerste und Mais ausgeführt, womit Bulgarien in diesem Exportsegment EU-weit auf Platz 3 rangiert. Das erklärte die Vizelandwirtschaftsministerin Swetla Batschwarowa auf einer Pressekonferenz in Sofia. Der Wert des bis Anfang Dezember exportierten Getreides beläuft sich auf etwa 350 Millionen Euro und wird bis Jahresende weiter steigen, da weiter in Drittländer exportiert werde, präzisierte Batschwarowa. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Landwirtschaft einen Zuwachs von 40 Prozent.

(Quelle: http://www.bnr.bg/RadioBulgaria/Emission_German/News/B8-2312.htm)
 
Richard Ebert  Am: 29.12.2008 11:26:17 Gelesen: 12278# 17 @  
Bauern bleiben auf ihrem Getreide sitzen

Süddeutsche Zeitung, DPA, München (28.12.08) - Viele Bauern in Deutschland sind in diesem Herbst wegen der Finanzkrise auf großen Teilen ihrer Getreideernte sitzen geblieben. Die Landhandelshäuser hätten den Landwirten nicht wie sonst die Ernte im großen Stil aufgekauft, weil die Kredite dafür fehlten, sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: „Das ist alles auf Kredit finanziert“.

Dabei sind die Lager weltweit so leer wie seit Jahrzehnten nicht: Dort lagern laut Sonnleitner nur Getreidereserven für etwa zwei Monate. Erstmals hatte es jetzt überhaupt wieder eine der Nachfrage entsprechende Ernte gegeben, nachdem in den Vorjahren immer wieder von den Vorräten gezehrt werden musste. "Die Versorgungslage ist weltweit knapp", warnte Sonnleitner. Die Situation am Getreidemarkt werde sich im kommenden Jahr weiter zuspitzen. Denn wegen der - wie auch bei anderen Rohstoffen - gesunkenen Preise fehle es den Bauern an Geld für Düngemittel. "Es wird weltweit dermaßen an Düngung gespart und der Anbau von Getreide eingeschränkt, dass wir 2009 eine enorme Minderernte haben werden."

Die diesjährige Ernte liege inzwischen vielfach immer noch auf den Höfen. Wegen der niedrigen Preise werde wieder mehr Getreide für die Gewinnung von Bioenergie eingesetzt. Der Preisdruck sei enorm. Dies zeige, dass Bioenergie nicht für die steigenden Preise im vergangenen Jahr verantwortlich war. Die Spirale bewege sich weiter abwärts, viele Bauern müssten zu sehr niedrigen Preisen verkaufen, die Produktionskosten seien schon lange nicht mehr gedeckt.

Nicht zuletzt griffen auch die Kunden angesichts von Rezessionsängsten in den Läden verstärkt zu Billigwaren. "Es wird nicht direkt am Essen gespart", betonte Sonnleitner. Wenn aber Waren im mittleren Preissegment verstärkt liegenblieben, weil mehr Billigware gekauft werde, passe die Kostenkalkulation insgesamt nicht mehr.

Sonnleitner warnte schon jetzt vor möglichen extremen Preisschwankungen. Wenn im kommenden Jahr die Ernteerträge zurückgingen und der Mangel in den Vordergrund rücke, könne eine Kostenexplosion folgen. Denn dann seien wieder die Spekulanten am Zug, die nicht nur mit Rohstoffen wie Öl, sondern auch mit Reis und anderen Lebensmitteln spekulierten und damit für die weltweite Nahrungsmittelkrise mitverantwortlich seien.

Deshalb müsse jetzt Vorsorge getroffen werden, um eine Schleuderfahrt der Preise zu verhindern. Vor allem müsse möglichst schnell das Vertrauen in die Märkte wiederhergestellt werden. Hier sei die Politik gefragt. Die Kredite von Banken müssten wieder fließen, um auch wieder einen Warenfluss herzustellen.
Bauern bleiben auf ihrem Getreide sitzen

MÜNCHEN (dpa) Dabei sind die Lager weltweit so leer wie seit Jahrzehnten nicht: Dort lagern laut Sonnleitner nur Getreidereserven für etwa zwei Monate. Erstmals hatte es jetzt überhaupt wieder eine der Nachfrage entsprechende Ernte gegeben, nachdem in den Vorjahren immer wieder von den Vorräten gezehrt werden musste. "Die Versorgungslage ist weltweit knapp", warnte Sonnleitner. Die Situation am Getreidemarkt werde sich im kommenden Jahr weiter zuspitzen. Denn wegen der - wie auch bei anderen Rohstoffen - gesunkenen Preise fehle es den Bauern an Geld für Düngemittel. "Es wird weltweit dermaßen an Düngung gespart und der Anbau von Getreide eingeschränkt, dass wir 2009 eine enorme Minderernte haben werden."

Die diesjährige Ernte liege inzwischen vielfach immer noch auf den Höfen. Wegen der niedrigen Preise werde wieder mehr Getreide für die Gewinnung von Bioenergie eingesetzt. Der Preisdruck sei enorm. Dies zeige, dass Bioenergie nicht für die steigenden Preise im vergangenen Jahr verantwortlich war. Die Spirale bewege sich weiter abwärts, viele Bauern müssten zu sehr niedrigen Preisen verkaufen, die Produktionskosten seien schon lange nicht mehr gedeckt.

Nicht zuletzt griffen auch die Kunden angesichts von Rezessionsängsten in den Läden verstärkt zu Billigwaren. "Es wird nicht direkt am Essen gespart", betonte Sonnleitner. Wenn aber Waren im mittleren Preissegment verstärkt liegenblieben, weil mehr Billigware gekauft werde, passe die Kostenkalkulation insgesamt nicht mehr.

Sonnleitner warnte schon jetzt vor möglichen extremen Preisschwankungen. Wenn im kommenden Jahr die Ernteerträge zurückgingen und der Mangel in den Vordergrund rücke, könne eine Kostenexplosion folgen. Denn dann seien wieder die Spekulanten am Zug, die nicht nur mit Rohstoffen wie Öl, sondern auch mit Reis und anderen Lebensmitteln spekulierten und damit für die weltweite Nahrungsmittelkrise mitverantwortlich seien.

Deshalb müsse jetzt Vorsorge getroffen werden, um eine Schleuderfahrt der Preise zu verhindern. Vor allem müsse möglichst schnell das Vertrauen in die Märkte wiederhergestellt werden. Hier sei die Politik gefragt. Die Kredite von Banken müssten wieder fließen, um auch wieder einen Warenfluss herzustellen.

(Quelle: http://www.szon.de/news/wirtschaft/aktuell/200812280006.html)


 
Richard Ebert  Am: 30.12.2008 08:33:01 Gelesen: 12162# 18 @  
Bauernobmann fordert für Getreide Mindestreserve

Von Nicole Simüller

Augsburger Allgemeine (29.12.08) - Aichach-Friedberg Die Verbraucher müssen im nächsten Jahr mit stark schwankenden Preisen für Backwaren rechnen. Derzeit bekommen die Bauern nur etwa halb so viel Geld für die Tonne Getreide wie im vergangenen Jahr. Viele Bauern halten deshalb ihr Getreide zurück und sorgen somit auch selbst weltweit für so leere Lager wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wie wir gestern in unserem Hauptteil berichteten, reichen die Getreidereserven laut Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, derzeit nur für rund zwei Monate.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Friedberg/Lokalnews/Artikel,-Bauernobmann-fordert-fuer-Getreide-Mindestreserve-_arid,1436504_regid,2_puid,2_pageid,4494.html)

---

Weizenpreis Chicago: In drei Wochen um 25 % gestiegene Kurse


 
  Antworten    zurück Suche   Druckansicht  
 

Ähnliche Themen

244028 307 08.02.09 22:26Richard Ebert 
26704 36 28.11.08 23:16Richard Ebert 
6476 18.11.08 11:48Richard Ebert 
2778 06.11.08 08:29Richard Ebert 
16077 13 20.10.08 11:38Graintrader