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Thema: Weizen und Sojabohnen: Rekordernten in Südamerika
Richard Ebert  Am: 11.03.2006 17:54:17 Gelesen: 4629# 1 @  
USDA: Rekordernten in Südamerika

(10.03.06) - Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA veröffentlicht in der März-Schätzung wenig veränderte Zahlen für Weizen und den Sojakomplex gegenüber dem Vormonat. Die weltweiten Weizenvorräte in der Saison 2005/06 sind mit 142,6 Mio. t leicht um 660.000 t gestiegen.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.agrimanager.de)


 
Roland  Am: 11.03.2006 19:00:11 Gelesen: 4621# 2 @  
@ Richard Ebert [#1]

Das hat aber die Fonds nicht davon abgehalten gestern wie blöd zu kaufen!
 
peterg  Am: 20.02.2013 20:18:39 Gelesen: 1402# 3 @  
Auch 2013 Soja-Rekordernte in Südamerika.
Nur wer soll das alles abtransportieren?
Die logistischen Probleme dort scheinen gewaltig zu sein.
Hier ein Bildchen des immer größer werdenden Pulks an Schiffen vor dem Hafen von Paranagua,
die alle auf Beladung mit Soja warten.
https://twitter.com/bsfarmzeldon/status/299208827373486080/photo/1
 
Geno-Bauer  Am: 20.02.2013 22:00:13 Gelesen: 1364# 4 @  
@ peterg [#3]

Oh! Respekt dafür den alten Thread wieder auszugraben.
Das mit den Schiffen, hat mir gestern unser Schrothändler auchgesagt, als es für mich darum ging entweder Soja oder Raps für unsere Kühe für die Monate Mai bis Juni einzukaufen.

MfG
Geno-Bauer
 
Bre  Am: 21.02.2013 14:51:06 Gelesen: 1208# 5 @  
@ peterg [#3]

@ Geno-Bauer [#4]

Rekordernte ja - aber
Worin bestehen die zukünftigen Marktrisiken?

• In Argentinien haben die bisher unzureichenden Niederschläge in weiten Teilen des Sojaanbaugebietes bereits zu einer Rückstufung der Ernte 2013 von 53 auf 50 Mio. t (Oil World, Hbg) geführt. Für die restliche Zeitspanne bleiben die Unsicherheiten der Witterungsbedingungen bestehen, so dass das Risiko weiterer Ernteminderungen nicht ausgeschlossen werden kann. Ein Rückgang bis auf das vorjährige Ergebnis von 40 Mio. t ist aber unwahrscheinlich.
• Die weit überdurchschnittlichen Niederschläge in weiten Teilen Brasiliens haben eine Rekordernte heranwachsen lassen. Erste vielversprechende Druschergebnisse liegen bereits vor. Aber es gibt auch Schattenseiten. Insbesondere frühe Sorten oder früh ausgesäte Bestände liefern kleinwüchsige Bohnen, weil in der Kornfüllungsphase nachgewachsene Unkräuter die notwendigen Nährstoffe entzogen haben. Regional auftretende heftige Gewitter mit Hagelschlag haben die Schoten auf- und abgeschlagen. Das feucht-schwüle Klima hat sowohl zur Schimmelbildung als auch zu Auswuchs geführt. Spätere Sorten und Aussaattermine sind kaum betroffen und versprechen Rekorderträge. Was im Endergebnis überwiegt, ist noch nicht abzusehen.
• Die logistischen Probleme Brasiliens zur Vermarktung der Rekordernte sind unübersehbar. Der Abtransport in Richtung Seehafen folgt weitgehend auf Landstraßen in wenig guten Zustand. An den Verladehäfen stauen sich die vor Anker liegenden Schiffe. Die Hafenarbeiter haben bereits mehrere Streiks angekündigt. Der Warenabfluss wird aller Voraussicht verzögert stattfinden. Das zehrt an den ohnehin schon knappen Endbeständen. Die Käufer bedienen sich immer noch auf den US-Markt, der nur noch geringe Überhangbestände aufweist.
• Die chinesischen Einkäufe werden nach den Mitte Febr. abgeschlossenen Feierlichkeiten um das Neue Jahr wieder reger. Man spricht von einem Nachholbedarf zur Auffüllung der Hafensilos. Die Chinesen bestreiten 65 % des Welthandels mit Sojabohnen. Jedes Jahr kommen 2 bis 3 Mio. t dazu. Für das Jahr 2022 prognostiziert das USA in seinen Baselines ein Importvolumen von rd 100 Mio t. (zum Vergleich EU: 11 Mio t Bohnen mit abnehmender Tendenz)
• Für das 2. Halbjahr 2013 spielt die US-Sojaproduktion eine bedeutende Rolle. Die Perspektiven auf die neue US-Ernte im Herbst 2013 fallen nicht allzu üppig aus. Entscheidend sind zunächst die Anbauflächen von Soja in Konkurrenz zu Mais. Um eine größere Sojafläche zu bestellen, müsste das Sojabohnen-Mais-Preis-Verhältnis bei 2,5 zu 1 liegen. Zurzeit bewegt sich die Relation um 2 zu 1. Es gibt derzeit kaum überzeugende Argumente, dass sich daran wesentliches ändert. Mais bleibt knapp und teuer und Soja wird durch die kommende SAM-Ernte in Schach gehalten. Die Sojaaussaat könnte ebenfalls noch zu einem Problem werden, denn die Bodenwasservorräte sind außerst mäßig, auch wenn sich in jüngster Zeit einige Besserungen ergeben haben. Es bedarf noch erheblicher Niederschläge rechtzeitig vor der Saat und hoffentlich nicht wieder während der Saatzeitspanne. Die Anbauflächen im üblichen Rahmen haben für sich genommen jedoch nur einen untergeordneten Einfluss auf das Ernteergebnis. Maßgeblich werden die Hektarerträge sein, deren entscheidende Ertragsbildungsphase Ende Juli und August stattfindet. Und da spielt das unvorhersehbare Wetter die ausschlaggebende Rolle!

Fazit:

Der Sojamarkt ist noch für Überraschungen gut!
 
Bre  Am: 23.02.2013 17:35:47 Gelesen: 1051# 6 @  
Ergänzung zu@ Bre [#5]


Die Agrarspezialisten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) haben sich auf dem jährlich stattfindenden Agricultural Outlook Forum in Arlington Virginia, USA am 21 Febr. 2013 mit ersten Prognosen zur kommenden Ernte vorgewagt.

Die US-Sojabohnenernte 2013 soll ertragsbedingt um knapp 13 % höher als im trockenheitsbedingt unterdurchschnittlichen Jahr 2012 ausfallen. Damit würde eine Rekordernte oberhalb der 90 Mio. t Marke zu erwarten sein. Die durchschnittlichen Sojakurse sollen nachgeben. Für Sojaschrot kalkuliert man mit 300 $ je sht (bei 48 % RP) umgerechnet mit 250 € je mt in Illinois, USA. Schlägt man Land-/Übersee-/Landfracht dazu, könnte man sich einen Sojaschrotpreis hierzulande im Herbst 2013 von unter 35 €/dt ausrechnen, wenn die Verhältnisse sich gut durchschnittlich entwickeln sollten.

Die USDA-Prognosen haben bereits Widerspruch ausgelöst. Aus Börsenkreisen wird die geschätzte Sojafläche als zu hoch empfunden mit dem Hinweis auf die ungünstige Soja-Maispreis-Relation von nur 2 zu 1 (anstatt von 2,5 zu 1). Das USDA kontert mit der Argumentation, dass Weizenflächen verstärkt für den Haupt- und Zweitfruchtanbau der Sojabohne berücksichtigt werden müssen. Das aber setzt optimale Bodenwasservorräte und ausreichende Niederschlagsmengen in den entscheidenden Vegetationsphasen voraus, die aus heutiger Sicht wenig begründbar seien, heißt es im Gegenzuge von den Meterologen. Dem Argument nicht ausreichender Bodenwasservorräte wird das Ergebnis einer Studie entgegen gehalten, die unter Beweis stellt, dass zwischen vorhergehenden Trockenphasen und Flächenerträgen keine signifikante Beziehung besteht. Die notwendigen Wassermengen könnten auch durch termingerechte Niederschläge in der ertragsbildenden Phase sichergestellt werden.
Noch ist nicht eine einzige Bohne ausgesät worden. Im Vorjahr wurden ähnliche Prognosen abgegeben, und dann kam im Juli 2012 die „Jahrhunderttrockenheit“. Noch 18 Tage vor dem Eintreten der Trockenheit hatte die Mehrzahl der Wetterforscher diese Jahrhunderttrockenheit nicht auf dem Schirm gehabt.

Mfg Bre
 
peterg  Am: 23.02.2013 18:08:08 Gelesen: 1036# 7 @  
Wie so häufig wird auch dieser USDA-Bericht in Frage gestellt und von vielen Seiten kritisiert.
Andererseits ist es eine offizielle, auf begründeten Fakten und Analysen basierende Prognose Stand Februar 2013.
Natürlich kann sich, wie immer in den kommenden Monaten viel ändern, dann wird diese Prognose angepasst werden.

Auf zwei Dinge wollte ich nur kurz hinweisen:
1. Langfristprognosen des US-Wetter
(Wie gesagt unter Vorbehalt einer zukünftigen Änderung, wer kann schon das Wetter in 3 Monaten mit absoluter Sicherheit prognostizieren)
-Die ENSO-Indikatoren bleiben weiterhin auf neutral, d. h. zum gegenwärtigen Stand keine La Nina-Gefahr
http://www.bom.gov.au/climate/ahead/model-summary.shtml
http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/analysis_monitoring/lanina/enso_evolution-status-fcsts-web.pdf
-Dementsprechend prognostiziert NOAA im 3-Monatsausblick überdurchschnittliche Niederschläge im mittleren Westen der USA.
Das sollte zumindest für die Pflanzperiode vorteilhaft sein. (Der Sturm letzte Woche und dieses Wochenende hat in vielen Gebieten der südlichen Plains und des mittleren Westens ja schon mal sehr willkommene Niederschläge gebracht.) Was danach kommt? Wir werden sehen.
http://www.cpc.ncep.noaa.gov/

2. Soja-Mais-Verhältnis
Gerade in den letzten Jahren hat sich der Quotient zwischen Soja und Mais abgeschwächt.
D. h. die US-Farmer haben mehr Anreize Mais statt Soja anzubauen.



Wahrscheinlich sollte man 2013 eher von einem Verhältnis von ca. 2,2 bis 2,3 ausgehen.
Siehe hierzu auch:
http://farmdocdaily.illinois.edu/2013/02/projected-prices-soybean-corn-ratio.html

Gerade in den letzten Wochen hat sich dieses Verhältnis wieder etwas zu Gunsten von Soja gewandelt.
In den letzten Tagen ist der Soja-Mais-Spread praktisch explodiert.
M. E. ist es durchaus möglich, dass nun hier eine Korrektur folgt bzw. sich der Spread auf dem momentanen Level einpendelt.
(Ich persönlich hatte SN13-2xCN13-Spreads und diese am Freitag komplett geschlossen.)

Zu Sojaspreads siehe:
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=158443&CP=0&F=47
 
Richard Ebert  Am: 25.02.2013 15:35:20 Gelesen: 875# 8 @  
Sojabohnenkurse der kommenden Ernte:


 
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