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Thema: Braugerste: Ernteprognosen um 25 % unter Vorjahr
Richard Ebert  Am: 27.07.2010 11:12:58 Gelesen: 96# 1 @  
Braugerstengemeinschaft.de (24.07.10) - Auf der Grundlage der Ernteschätzungen der Braugerstenförderverbände in den verschiedenen deutschen Anbauregionen sowie den Berichten der Landesämter für Landwirtschaft in den einzelnen Bundesländern hat die Braugersten-Gemeinschaft e.V. eine Ernteprognose für die Sommerbraugerstenernte 2010 erstellt.

Optimale Aussaatbedingungen, ein gutes Auflaufen und ausreichend Niederschläge während der Bestockung haben landesweit dichte und gesunde Braugerstenbestände heranwachsen lassen. Die kühlen Temperaturen im Mai und Anfang Juni hatten eine Wachstumsverzögerung zur Folge, so dass früher gesäte Bestände bereits in der Kornfüllungsphase waren, späte Bestände jedoch erst im Stadium des Ährenschiebens standen. Mit dem Wetterumschwung vom 18. – 24. Juni, der sich vom Norden Deutschlands in den Süden vorschob, begann abrupt die Abreife in den Beständen. Die Bodenqualität und das Wasserspeichervermögen der Böden entschied darüber, ob die Kornfüllungsphase fortgesetzt wurde, oder das bei Temperaturen über 30 Grad und ohne jeden Niederschlag die Notreife der gerade ausgebildeten Ähren begann.

Erste Druschergebnisse sowie die Eindrücke auf verschiedenen Braugerstenbesichtigungsfahrten belegen, dass frühe Bestände gute Erträge, niedrige Eiweißwerte, sowie gute Vollgerstenanteile erzielen. Späte und notreife Bestände enttäuschen jedoch im Vollgerstenanteil und somit im Gesamtertrag. Die Eiweißwerte sind auch bei diesen Beständen oft noch im akzeptablen Bereich. Dies lässt sich mit der Verarbeitung des ausgebrachten Stickstoffes durch die Pflanze während der guten Bestockungsphase erklären.

Ersten Hochrechnungen zufolge werden auf Grund dieser Beobachtungen und der deutlich dezimierten Sommergerstenanbaufläche (ca. 350.000 ha) ca. 1, 7 Mio. Tonnen Sommergerste in Deutschland geerntet werden. Die niedrigen Eiweißwerte, sowie die noch sehr wage geschätzte Sortierung von durchschnittlich 84 Prozent werden voraussichtlich eine Braugerstenmenge von 1,1 Mio. Tonnen ergeben. Auf Grund der schnellen Abreife sind die Bestände gesund und können in den nächsten Tagen bei trockener Witterung gedroschen und eingebracht werden.

Die Zurücknahme der Ernteprognosen in vielen europäischen Ländern sowie erste hitzebedingte Ausfälle bei der Weizenernte bieten viel Raum für Spekulation im aktuellen Getreidemarkt. Auch lassen unzureichende Maisbestände, die als Substrat für den Biogasbereich angebaut wurden, zudem preissteigernde Einflüsse auf den Getreidemarkt erkennen. Ähnlich wie im Erntejahr 2006/2007 beeinflusst fremdes Kapital die Getreidemärkte und gibt Spekulationen externen Schub. Die Ernte steht jedoch in weiten Teilen Europas erst noch bevor und belastbare Qualitäts- und Mengenergebnisse stehen erst fest, wenn das Getreide im Lager ist. Die Versorgungssicherheit der deutschen Malz- und Brauwirtschaft ist mit einer komfortablen Anschlussversorgung durch Überhänge aus dem Jahr 2009 nicht gefährdet. Der Braugerstenmarkt wird jedoch vom Weltgetreidemarkt mit nach oben gezogen, so dass aktuell mit moderat steigenden Erzeugerpreisen gerechnet werden muss.

(Quelle: http://www.braugerstengemeinschaft.de/index.php?StoryID=544)

Die exakten Schätzungen:

http://www.proplanta.de/Agrarfotos/Braugerstenernte-2010_Bild1280146820.html


 
Richard Ebert  Am: 28.07.2010 12:22:53 Gelesen: 59# 2 @  
Braugerstenernte besser als beim Weizen

Proplanta.de / PD, Wiesbaden (27.07.10) - Hessens Landwirte sind bei der Braugerstenernte noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Im Gegensatz zum Weizen herrschten bei der Braugerste optimalere Erntebedingungen.

Die Braugerste konnte sich besser entwickeln, sagte die hessische Landwirtschaftsministerin Silke Lautenschläger am Freitag in Pfungstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg). Auch wenn die Flächenerträge mit durchschnittlich 5 Tonnen je Hektar auf Vorjahresniveau sind, werde dennoch der Gesamtertrag bei der Braugerste mit geschätzten 80.000 Tonnen geringer ausfallen als im Jahr 2009 (90.500 Tonnen).

Der Ministerin zufolge ist die Anbaufläche für Braugerste in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. „Wurden im Schnitt der Jahre 2003 bis 2008 knapp auf 28.000 Hektar Braugerste in Hessen angebaut, so bauen in diesem Jahr 3.495 hessische Landwirte nur noch auf 16.000 Hektar Braugerste an. Das ist gegenüber dem Vorjahr nochmals ein Rückgang um 2.500 Hektar“, erläuterte die Ministerin. Gründe hierfür seien die mangelnden Marktanreize für die landwirtschaftlichen Betriebe, denn die Überhänge aus der Ernte 2009 könnten die Rohstoffversorgung bis zur Ernte 2011 überbrücken. „Das bedeutet eben niedrige und unattraktive Erzeugerpreise“, betonte Lautenschläger und ergänzte: „Auch der gesunkene Bierverbrauch in Deutschland spielt eine Rolle. Im Gegensatz zu den 1970er Jahren, in denen der Pro-Kopf-Verbrauch bei 140 Litern lag, wurden im Jahr 2009 nur noch 110 Liter konsumiert.“

Die heimische Landwirtschaft müsse deshalb unterstützt werden. Braugerste aus Hessen muss auch hier verarbeitet werden. Dass das gehe, zeige, laut der Ministerin, die Pfungstädter Brauerei. „Hier wird seit Jahren unter dem Siegel ‚Geprüfte Qualität - Hessen‛ ausschließlich in der Region erzeugte Gerste verarbeitet. Das verschafft Bindung an die Region und sichert Arbeitsplätze“, betonte die Ministerin. Durch die Erzeugung und Verarbeitung in einer Region werde zudem schädliches C02 vermieden und damit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

(Quelle: http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Pflanze/Braugerstenernte-besser-als-beim-Weizen_article1280216676.html)


 
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