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Thema: Schweine: Handelsunterbrechnung durch Kurssprung verursacht
Richard Ebert  Am: 20.01.2012 13:10:52 Gelesen: 1447# 1 @  
Heute kam es in der Zeit von 13:01:29 bis 13:03:22 zu einer durch das Eurex System automatisch generierten Handelsunterbrechnung für alle Schweine Futures.

Ursache dafür war ein Kurssprung für Januar Schweine von 1,485 auf 1,53 Euro.

Der Handel wurde danach wieder aufgenommen, alle im Markt vorliegenden Aufträge bleiben gültig.

---

Warum ein Marktteilnehmer Januar Schweine zu 1,53 gekauft hat, ist mir völlig unverständlich. Januar Schweine beziehen sich auf die Preise der bereits abgelaufenen aktuellen Woche, der Anstieg des V-Preises kann sich nur im Preis für Februar Schweine bemerkbar machen.

Möglicherweise handelt es sich um einen Denkirrtum des Käufers, möglicherweise um eine Falscheingabe des Kaufauftrags, vielleicht sogar eines unlimitierten Auftrags.

Schöne Grüsse, Richard Ebert
 
Richard Ebert  Am: 20.01.2012 14:24:53 Gelesen: 1358# 2 @  
Hier der Anstieg auf die völlig ungerechtfertigten 1,53 Euro als Grafik:



Ich wurde inzwischen von einem Fachmann darauf aufmerksam gemacht, dass nicht alle offenen Aufträge beim Neustart nach einer Volatilitätsunterbrechung automatisch gültig bleiben.

Diese abweichende Handhabung scheint jedoch so selten vor zu kommen, dass mir diese Orderart ('bei Volatilitätsunterbrechung Auftrag streichen') nicht bekannt war und ich auch von den beiden Brokerfirmen, mit denen ich arbeite, nie danach gefragt wurde.

Alle Informationen dazu gibt es bei der Eurex:

http://www.eurexchange.com/trading/market_model/order_handling/order_attributes_de.html

Schöne Grüsse, Richard Ebert
 
schneemann111  Am: 21.01.2012 10:45:23 Gelesen: 1102# 3 @  
@ Richard Ebert [#2]

Hier der Anstieg auf die völlig ungerechtfertigten 1,53 Euro als Grafik

Warum glauben Sie das der Anstieg ungerechtfertigt wäre?

Gruß
Schneemann
 
Richard Ebert  Am: 23.01.2012 11:48:26 Gelesen: 905# 4 @  
@ schneemann111 [#3]

Warum glauben Sie das der Anstieg ungerechtfertigt wäre?

Das ist in meinem Beitrag [#1] zu lesen:

Januar Schweine beziehen sich auf die Preise der bereits abgelaufenen aktuellen Woche, der Anstieg des V-Preises kann sich nur im Preis für Februar Schweine bemerkbar machen.

Mitte kommender Woche wird der Abrechnungspreis für Januar Schweine bekannt gegeben. Der letzte Handel am Freitag war schon wieder bei 1,485 Euro. Der Käufer bei 1,53 Euro wird wohl zu unter 1,48 Euro glattgestellt und einen Verlust von 500 Euro erzielen.

Schöne Grüsse, Richard Ebert
 
Richard Ebert  Am: 24.01.2012 08:19:28 Gelesen: 720# 5 @  
@ [#1]

möglicherweise um eine Falscheingabe des Kaufauftrags

Das Rätsel des Kurssprungs für Januar Schweine ist gelöst. Hier rief der Käufer an, er hätte aus versehen einen Kontrakt Februar Schweine kaufen wollen, aber Januar Schweine geordert.

Dumm gelaufen, kann man da nur sagen. Bei der Eurex gibt es eine Mistrade-Regelung, mit der irrtümliche Orders unter bestimmten Umständen storniert werden können. Die Kosten hierfür sind jedoch so hoch angesetzt, dass sich in diesem Fall ein Storno nicht gelohnt hätte.

Es gibt aber auch einen, der sich über die Ausführung freuen kann, den Verkäufer der Januar Schweine zu 1,53 Euro. Das Beispiel zeigt, dass es sich durchaus lohnen kann, Verkaufaufträge einige Cent über dem aktuellen Preisniveau in den Markt zu legen. Entweder sie werden ausgeführt und können damit zu überdurchschnittlich guten Ergebnissen führen, oder sie werden nicht ausgeführt, kosten nichts und haben nur eine Minute Aufwand für die Erteilung des Auftrags gekostet.

Bitte beachten Sie die Grafik in Beitrag [#2]. Sie wird täglich aktualisiert.

Schöne Grüsse, Richard Ebert
 
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