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Thema: Rot/Grün in Niedersachsen: Folgen für die Landwirtschaft ?
Das Thema hat 57 Beiträge:
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papuawenzel  Am: 13.02.2013 09:25:48 Gelesen: 4797# 33 @  
@ Pigeldy [#29]

@ paul [#30]

@ Muehlenbach [#32]

Alles gute Beiträge Jungs.
Das Bio nicht besser ist, wurde auch gestern im ZDF erneut dargestellt.
Und außerdem muss von Bio-Ware erheblich mehr vernichtet werden, weil es nicht den Erwartungen der Verbraucher entspricht-somit deutlich schlechter für das "Klima".
Doch wer von den verantwortlichen Politikern will es wissen? Da ist es egal welcher couleur, es geht nur um Stimmen des "dummen" Wählers.


Gruss
 
Muehlenbach  Am: 13.02.2013 11:41:20 Gelesen: 4731# 34 @  
@ papuawenzel [#33]

Welcher Wähler?
Anscheinend 87 % wollen das es so bleibt wie es ist.
Die "geheime" wahrheitsgemässe Abstimmung findet jeden Tag an abertausenden von Kassen statt.
Wenn aber RTLZDFARDSAT1 und wer weiss einem in der Fussgängerzone das Mikro vor die Nase hält und einem nach dem Einkaufsverhalten fragt; wer würde dann freiwillig sagen; dass man das Konventionelle nimmt?
Es kauft ja auch keiner bei KIK oder H&M oder C&A Klamotten; weil fragwürdig und moralisch in der Herstellung; Gell?

Wenn natürlich die Auswahl zwischen 2,99 Euro für konventionelles Hack und für 3,00 Euro für BIO Hack besteht; selbst dann wird noch unterschieden.
Und all das wissen die VErbände auch; und wenn es mit "Aufklärung" nicht gelingt; weil der gemeine Verbraucher das macht was er für Richtig hält; geht es nur mit "Zwang".

Ich bin auch für 5 ltr. Autos..( ich meine allerdings Hubraum)

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
 
papuawenzel  Am: 13.02.2013 14:06:46 Gelesen: 4653# 35 @  
@ Muehlenbach [#34]

Es kauft ja auch keiner bei KIK oder H&M oder C&A Klamotten; weil fragwürdig und moralisch in der Herstellung; Gell?
Und es trinkt auch niemand Öttinger......
 
Saubauer  Am: 14.02.2013 11:19:20 Gelesen: 4521# 36 @  
Das Ötti hat sich vom Baustellenbier zum Normalen gut gekühlten Bier entwickelt!
Die machen aber auch keine "Promiwerbung" die im Preis umgesetzt werden muß!
Billiger geht nicht mehr!!
 
Spekulatius_Maximus  Am: 14.02.2013 14:03:17 Gelesen: 4405# 37 @  
@ Pigeldy [#29]

Ungeheuer guter Beitrag!Danke dafür!!

@ Muehlenbach [#32]

zur Gülleproblematik: Das mit den 80m³/ha ist schon eine riesen Sauerei. Ich weiß nicht, wie diese Kollegen bestraft werden können, aber die haben sicher die 170kg Regelung nicht eingehalten. Bei uns im Emsland sind das gar nicht so wenige, die relativ alte gewerbliche Ställe ohne Fläche betreiben und die Gülle dann auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb, der eh schon rechnerisch voll ist, zusätzlich ausbringen. Der Nährstoffvergleich wird nur über den landwirtschaftlichen Betrieb angefertigt und bescheinigt auf dem Papier eine gute fachliche Praxis. Das ist eine unverschämte Dreistigkeit. Die Ehrlichen sind mal wieder die Dummen, denn auch sie werden von der Öffentlichkeit für erhöhte Nitratwerte im Grundwasser verantwortlich gemacht. Es wird Gesetzesverschärfungen geben, wo wieder alle (auch die ehrlichen) leiden müssen.
Ich fände es nicht verkehrt, wenn die Betriebe, die schon seit Jahren widerrechtlich keine Gülle abgegeben haben, jetzt bei den Güllebörsen die doppelten Entsorgungskosten zahlen müssen, um die Ehrlichen etwas zu entlasten.

Wie sieht es denn bei Euch in CLP aus? Da konnten immer mehr Betriebe die Gülleabgabe umschiffen??? Unglaublich. Im EL sind´s wohl nur die älteren flächenlosen Betriebe. Wenn ich dann Zahlen höre, wie viel Fläche dem LK CLP für eine ordnungsgemäße Düngung fehlt, dann fehlen mir wirklich die Worte (Der Altkreis Lingen würde kaum ausreichen....). Dann kann man doch nicht mehr von einzelnen schwarzen Schafen sprechen...?? oder?

Auch Euer Erfindungsreichtum bei den Anpflanzungen für Ausgleichsmaßnahmen sind dreist. Da wird eine Ausgleichsfläche gleich für mehrere Ausgleichsmaßnahmen angegeben, was den Behörden erst auffiel als das Kataster digitalisiert wurde. Da stehen wirklich einige Berufskollegen über das Gesetz bzw. sie glauben es selber. Das kommt nicht gut an beim Bürger, man kann nur froh sein, dass diese Fälle kaum nach außen dringen...

Ich glaube, es ist das Beste, wenn wir die traurigen Fakten selber veröffentlichen, bevor es die Umweltverbände oder Parteien machen. Natürlich mit einem Plan, wie so etwas nicht mehr passieren kann und der Verurteilung dieser Taten. Freiwilliger Verzicht auf Prallteller, die eigentlich schon seit Jahren verboten gehören. Am Samstag keine Gülle mehr ausbringen, wenn die Wohnbebauung 1km von der Fläche entfernt ist und und und. Uns wird die öffentliche Meinung so gewaltig um die Ohren fliegen, wenn wir nicht ALLE uns langsam an Recht und Gesetz halten. Da nutzen auch die allerbesten Werbekampagnen nicht! Unsere eigene Existenz hängt davon ab.
 
fritz44  Am: 14.02.2013 15:17:00 Gelesen: 4363# 38 @  
Für das Gülleproplem gibt es doch eine ganz einfache Lösung.Wer vorsätzlich gegen Düngeverordnung verstößt und nicht genügend Fläche verfügt.!!!!
Tierhaltungsverbot!!!!!!!!!

Gruß Fritz
 
J.F.k  Am: 14.02.2013 15:46:05 Gelesen: 4340# 39 @  
Fritz44
Wie wärs denn mit Enteignung und Außer Landes mit dem Gesindel.
Gruß
 
Bagira  Am: 14.02.2013 16:18:49 Gelesen: 4316# 40 @  
Wenn ich was zu sagen hätte dürfte jeder nur so viel Tiere halten dürfen wie er dazu passend Fläche zur Verfügung hat...
 
Pigeldy  Am: 14.02.2013 16:32:19 Gelesen: 4308# 41 @  
@ J.F.k [#39]

Der Fritz hat hier wohl etwas übertrieben, aber vom Grundsatz ist es so, dass wir diese Sauereien so nicht mehr hinnehmen sollten. Selbst die Landwirtschaftskammer appelliert öffentlich an die Landwirte, Berufskollegen, die immer hart an der Grenze zur Legalität agieren, gemeinsam ins Gebet zu nehmen, da bei einem "weiter so" der noch zu erwartende Imageschaden unabsehbar sein wird.

So könnte eine Selbsregulierung einsetzen, ich persönlich finde diesen Ansatz gut. Immer nur das Maul halten, weil alle zu feige sind den Mund aufzumachen, hat uns erst in diese Misere geführt. Das darf natürlich nicht zu Denunziantentum unter Berufskollegen führen.

Gruß Pigeldy
 
Pigeldy  Am: 14.02.2013 16:41:30 Gelesen: 4300# 42 @  
Fällt mir gerade so ein, auf dem Schweinetag in CLP vor 2 Wochen stellte ein Landwirt seinen Betrieb vor, der ca. 450 Sauen im geschlossenen System hielt und dabei 75 ha bewirtschaftet. Nicht, dass ich sagen will, dieser Betrieb arbeite nicht ordnungsgemäß, aber er ist durch seine Struktur ein Beispiel dafür, wie diese ganze Problematik erst entstehen konnte, denn im Kreis CLP steht allein rechts und links der B68 alle 300 Meter ein vergleichbarer Betrieb. Die Kammer muss sich natürlich auch mal an die eigene Nase fassen, was ihre jahrelangen, pauschalen Beratungsempfehlungen angeht, denn ihr hätte es oblegen, die Nährstoffproblematik, die mit dem Stallbauboom einhergeht, kommen zu sehen. Zum Glück hat auch dort mittlerweile ein umdenken eingesetzt.

Gruß Pigeldy
 
fritz44  Am: 14.02.2013 17:57:38 Gelesen: 4259# 43 @  
@ J.F.k [#39]

Jeder Industriebetrieb der gegen Umweltauflagen verstößt wird geschlossen.
Beziehungsweise erst gar nicht genehmigt.

Gruß Fritz
 
Geno-Bauer  Am: 14.02.2013 19:41:55 Gelesen: 4206# 44 @  
Hallo!
Ich bin gerade von einem Besuch bei meinen Eltern vom Niederrhein wiedergekommen. Da wurde gestern vereinzelt trotz einer 3 cm Schneedecke und gefrorenen Bodens Gülle ausgebracht. Danach sah die Fläche aus wie aufgetaut. Da musste schon jemand große Not haben, um das zu tun.

Im übrigen würde hinsichtlich der Düngeproblematik auch eine Hinwendung zur schlaggenauen Bilanzierung (nicht mehr nur auf den Betrieb) abhilfe schaffen.

Ich gebe denjenigen hier recht, denen es schwer fällt, trotz allem, solidarisch mit den Berufskollegen zu sein. Es ist ja leider so, dass jeder ein paar Leichen im Keller hat. Jeder weiss doch vom anderen, wo diese sind. Ein Blick über den Hof und man kann cc-relevante Verstöße sehen. Somit halten alle den Mund.

@ Pigeldy [#42]

Das Problem ist, dass die Kammer alle berät, vielleicht dann noch alle zur gleichen Zeit. Da wird es kaum jemanden geben, der für sich Buch führt, welchem Betrieb er die Erweiterung der Mast empfohlen hat, wer in der Umsetzungsphase ist und welche Auswirkungen es für die Region nährstoffbilanzmäßig hat. Denn verantwortlich ist immer noch der Betrieb selbst. Jeder hat ein Gehirn zum denken, vor allem das umzusetzen, was er mal gelernt hat. Mit "Bauernschläue" kommt man auf dauer nicht weiter. - Aber die nackten Existenzängste können manchen "Korrekten" auch in die "Illegalität" treiben

Ich kann nur sagen, hier in Sachsen, haben wir es zunehmend mit reinen Verwaltungsfachwirten zu tun. Die schauen nach dem Paragraphen und nicht nach dem was sinnvoll ist. Da werden wir uns noch frisch machen können.

Da hilft nur mit denen im Gespräch zu bleiben, sie zu sensiblisieren für unsere Sachzwänge.

MfG
Geno-Bauer


PS: Die sachlichen Beiträge hier in diesem Thread sind angenehm zu lesen. Danke dafür!
 
Landjus  Am: 14.02.2013 20:45:20 Gelesen: 4177# 45 @  
Ich hatte an sich den guten Vorsatz, mich aus allen Diskussionen wg. offenkundiger Vergeblichkeit herauszuhalten, kann es mir aufgrund der Beiträge, die hier von einigen zum Besten gegeben werden, aber doch nicht verkneifen, meinen Senf dazuzugeben.
Jeder wackere Ökofaschist, der hier mitliest, muß vor Lachen schon unterm Tisch liegen.
Offensichtlich bedarf es keiner heimlichen Überwachung von selbsternannten Gutmenschen und diversen Tugendwächtern mehr. Denuziation und Verrat besorgen die eigenen "Berufskollegen" viel besser.

Wie wäre es, wenn die Herren Agrarier, die so eifrig moralisieren und auf andere zeigen, ihre Klappe endlich auch dann so weit aufreissen würden, wenn es darum geht, sich gegen den Terror besagter Ökofaschisten und die von diesen allseits geforderten neuen staatlichen Gängelungen, Repressionen und enteignenden Vorschriften zur Wehr zu setzen, die die - sicher in Einzelfällen bestehenden - Mißstände gerade hervorgerufen haben ?

Ist es nicht so, daß der gnadenlose Wettbewerb und die geringen Gewinnmargen den Boden bereitet haben ?
Ist es nicht so, daß genau der Staat, der Düngeverbote und immer neue Tierhaltungsvorschriften erfindet,
diese Situation erst durch immer neue Stallbauförderprogramme, um die sich die Herren Agrarier reissen, erst geschaffen hat ?
Ist es nicht so, daß der Konzentrationsprozess in Schlachtindustrie und Lebensmitteleinzelhandel, der die Landwirte deren Diktat hilflos ausliefert, durch entsprechende gesetzliche Vorschriften erst richtig befeuert worden ist ?
Ist es nicht so, daß selbige Herren Agrarier, die ständig vom Wachsen oder Weichen herumsalbadern, es kaum erwarten können, daß der Nachbar endlich die Segel streicht, damit sie ihn schlucken können, um hinterher zwar nicht mit einem Pfennig mehr aber mit noch mehr Schulden da zu stehen,die sie zwingen, schön weiter zu wachsen ?
Ist es nicht so, daß sie sich dabei gegeneitig überbieten und Pachtkonditionen eingehen, bei denen sie kein Geld verdienen können, mit den von Mühlenbach beschriebenen Folgen bei der Gülleausbringung ?
Fördern sie damit nicht auch vielleicht selbst die beklagten Mißstände ?
Nein ?
Na dann, schön weiter Ställe bauen und Fördermittelabgreifen nicht vergessen.

Gute Nacht
 
Muehlenbach  Am: 14.02.2013 20:51:05 Gelesen: 4174# 46 @  
Das Problem ist doch; dass keiner anfangen will.
Es geht hier alles über Verdrängungswettbewerb.
Wenn ich dich ankreide; dann zieh dich bei der nächsten Verpachtung mal warm an; da sind 2000 nix...
Sowas bekommt man z.B. zu hören.
Was gab es für Diskussionen; als es um das Güllefahrverbot zu Mais ging.
Alle; wirklich alle haben das gemacht; einige sind angezeigt worden; und denen sind die 3% auch vollkommen egal; was ist das schon bei genannten 75 ha im Gegenzug zu 1500m3 Gülle zu 12 Euro?
Nochmal; wenn man alles Gesetzeskonform machen will; dann macht man keine Landwirtschaft mehr.
Und jetzt kommt es:
Wenn wir alle einig sind; dann machen wir Anarchie.
So wird es kommen.
Einige fallen dann durch das Raster; andere kommen weiter.
Das ist leider leider so; und es wird sich nicht aufhalten lassen.
Straathoff macht es doch vor; wie Business geht.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
 
topigs  Am: 14.02.2013 21:05:44 Gelesen: 4160# 47 @  
@ Muehlenbach [#46]

Man Man Man so hab ich nicht Landwirtschaft gelernt..
 
Brontosaurus  Am: 14.02.2013 21:24:57 Gelesen: 4149# 48 @  
@topigs
So läuft das im Südoldenburger Land. Da herschen eigene Gesetze und die meisten denken sich nicht mal was dabei!
Gruß Bronto
 
fritz44  Am: 14.02.2013 21:26:03 Gelesen: 4148# 49 @  
@ topigs [#47]

Ja und deshalb habt ihr jetzt einen grünen Landwirtschaftsminister.
Der wurde ja bei euch gewählt .Was er seinen Wählern versprochen hat muss er liefern.Den einen Unsinn mit dem anderen Unsinn bekämpfen.
Ob da noch Platz für neue große Ställe ist??????

Gruß Fritz
 
paul  Am: 15.02.2013 08:34:54 Gelesen: 4066# 50 @  
Meine Frage an Euch, die ihr heute morgen am Gülle-entsorgen seid: Habt ihr mal die Frosttiefe im Boden gemessen oder die Schneedecke?
Hier liegen aktuell nur 4 cm Schnee, dafür ist der Boden zwischen 12 und 18 cm gefroren. Also eindeutig verboten und von der Nährstoffauswertung völlig unsinnig. Trotzdem wird ausgefahren. ??? Und immer die Gleichen. Die Bevölkerung, die Behörden , die vorbeifahrenden Autofahrer, sie urteilen verständlicherweise pauschal und verurteilen uns als Mäster pauschal als Umweltsünder.

Gruß Paul
 
Muehlenbach  Am: 15.02.2013 08:58:15 Gelesen: 4048# 51 @  
Oh man; oh man.
Nochmals;wir sind Standortabhängig.
Nennt mir einen Industriezweig; bei dem nicht über das Messer gekämpft wird und alles ausgereizt wird.
Wenn man immer 100% nach Gesetzeslage arbeitet´und alles einhält; ist man Wirtschaftlich im Aus und ist schnell weg.
Warum z.B. gibt es denn keine kleinen Metzgerläden mehr; der Auflagen wegen.
Warum hat DC denn das Bedürfniss; in Deutschland mehr zu machen?
Weil es hier Werkarbeiter und Zeit und Dumpingarbeit gibt.
Warum gibt es nun die Diskusionen um die Unterbringung der Werkmitarbeiter?Es können sich doch zwei eine Koje leisten; einerschläft; einer arbeitet.
Das alles ist nicht konform und wird nun breit getreten; obwohl alle in dem Umfeld das wussten.
Wer weiss schon wie und wo Auto-FOM Geräte mit Zusatzwasser gespült werden?
Warum gibt es tonnenweise Pferdefleisch in Fertigprodukte?
(nur um mal einige Beispiele zu nennen..)
Das ist in allen Belangen der Industrie so.
Die Landwirtschaft ist nun im Fokus; weil wir immer angreifbar sind; wir schaffen augenscheinlich keine Arbeitsplätze und wir können ganz wichtig nicht mit Standortverlagerungen drohen.
Dafür bekommen wir unmengen an Subventionen ( andere Industriezweige ja anscheinend nicht; bei Banken nennt man das Überlebenshilfen und fallen um Welten höher aus wie bei uns...); und dann immer die Behauptung von Stallbauförderungen; nochmals; ich kenne in Süd-Oldenburg keinen; der je einen Euro für irgendwas bekommen hat.
Denn erstens sind die Betriebe alle zu gross; zweitens gibt es unsinnige Auflagen und drittens bevor sowas "genehmigt" wird und man anfangen kann hat jeder normale schon 10 Umtriebe durch..
Von den AFP Mitteln gehen doch 70% an die Milchbauern; die komischerweise nicht so im Focus stehenweil die Haltung nunmal anders ist ( ich gönne denen das auch).
Ich hab auch noch nie von einem geförderten 40000er Hähnchenstall gehört..

Fazit: Wir Landwirte leben in der Diskrpanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit; und viele Auflagen und Gesetze beissen sich gegenseitig.
Das wir nun eine Augenscheinliche Regierungsänderung und damit eine Änderung der landwirtschaft bekommen wird den Strukturwandel um einen expotenziellen Faktor erhöhen.
Denn wenn nichts mehr gemacht werden darf; keine Um/AN/Neubauten mehr kommen dürfen; dann ist das quasi Planwirtschaft ist nicht vermehrbar.
Dann geht das genauso wie zur Zeit auf dem Pachtmarkt; nach oben keine Grenze.
Und gewinnen wird der; der schon eine grosse Anlage mit Bestandsschutz hat; noch eigene Flächen.
Der kann mehr bieten wie der normale Landwirt; der auch wenn es nur 5 ha sind da nicht mehr rankommt und dann seine Gülle teuer entsorgen und ihm somit seine Wirtschaftlichkeitsgrundlage nimmt.
Das ganze hat einen Anfang mit den BGAs genommen und weitet sich nun aus.


Und nochwas zur Gülle:
Wenn ich einen 8 tonnen Weizen erzeugen will und das Stroh verkaufe; dann brauche ich 220 kg N.
Bei einer durchschnittlichen Schweinegülle mit 4 kg anrechenbar sind das 55 m3 Gülle.
Bei Abgabe werden die Lagerverluste mitgerechnet;bei Verbleib im eigenen Betrieb in der Anfallberechnung werden die miteinbezogen; dann wird mit 5 kg gerechnet; sprich 33m3 je ha.
Ich muss also mineralischen Dünger zukaufen.
Warum darf man auf Grünland 230 kg (nach Genehmigung) ausbringen?
Ordentlicher Mais braucht auch diese Menge.
Das ist kein geschlossener Kreislauf.
Das Problem sind nicht die Güllemengen; sondern der Anwenderzeitpunkt.
Und da muss vielmehr eingegriffen werden.
Im Herbst gehört da nichts mehr hin; Ende der Diskussion.
Wir brauchen eine Verschiebung der Sperrfrist; dann ist das für alle klar.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
 
Futtermeister  Am: 15.02.2013 13:07:06 Gelesen: 3937# 52 @  
Gülleausbringung nur zur zur Vegetation, das ist in der Tat der vernünftige Weg. Daruaf wird es hinauslaufen und wir Landwirte täten gut daran, dieses "anzubieten" bevor es von uns "gefordert" wird.

Ein "marktwirdschaftlicher" Vorschlag dazu: wer sich verpflichtet, vom 1.3.-30.06. zu fahren, darf im Gegenzug 230 kg/ha N ausbringen (Grünlandregelung).

P.S. Das ist nebenbei ein kostenloses Konjunkturprogramm für Behälter- und Güllefaßbauer!
 
Muehlenbach  Am: 17.02.2013 16:54:06 Gelesen: 3716# 53 @  
@ Pigeldy [#29]

Ich würde das Thema noch mal gerne hochholen; denn währe so etwas wie nun im "Fleischskandal" nicht passiert; wenn es die CMA noch gegeben hätte?
Ich glaube kaum; denn wer wusste schon; dass Rumänische Gäule quer durch Europa gekarrt und als Rindfleich etteketiert in ganz West Europa verteilt wurden quer durch alle namhaften Handelsketten?
Da nützt uns die Werbung "Fleisch bringt Lebenskraft" auch nichts.
Denn wahrscheinlich landen dafür meine Werbungsunterstützten Schweine irgendwo in Hongkong; und dort hat die CMA nie geworben.
Die Moral von der Geschichte ist doch wieder; dass in allen Foren sofort die Landwirtschaftsgegner aus den Ecken kommen; denn die fühlen sich doch sofort bestätigt.
Die Zeche zahlen wir Landwirte wiedermal mit Umsatzeinbussen; Gen-Tests für Rinder; die ja auch nicht kostenlos sind und wie gesagt das wir nicht aus den Medien verschwinden.
Obwohl keiner von uns etwas dafür kann.
Dazu passt auch wunderbar folgende Nachricht:
http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Schlechte-Stimmung-Biobranche-besorgt-ueber-Billigkonkurrenz-1062027.html

Auch dort dasselbe Schema.
Man kann halt die Arbeitsintensive Bio-Landwirtschaft nicht mit 8 Euro Kräfte aufrecht erhalten; wenn es besser in Osteuropa oder Afrika mit 80ct. Arbeitskräften geht...

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
 
topigs  Am: 17.02.2013 19:40:59 Gelesen: 3660# 54 @  
So soll`s werden

ROT-GRÜNER KOALITIONSVERTRAG IN NIEDERSACHSEN - WELCHE VORHABEN BETREFFEN DIE SCHWEINEHALTER?

Gestern wurde der rot-grüne Koalitionsvertrag für Niedersachsen veröffentlicht. Auf fast 100 Seiten beschreibt die designierte Landesregierung ihre Vorhaben und Ziele.
Für die Schweinehalter sind folgende Punkte relevant:

Die rot grüne Koalition …
… will Niedersachsens Spitzenplatz als Agrarland Nr. 1 im Bund sichern, die niedersächsische Ernährungs- und Agrarwirtschaft verbraucher- und umweltgerecht dafür neu aufstellen und damit wettbewerbsfähig und zukunftsfähig gestalten.
… wird eine aktive Industriepolitik verfolgen, die eine effiziente, nachhaltige und intelligente Industrieentwicklung unterstützt. Technologie Innovation sollen im Einklang mit anspruchsvoller, guter Arbeit und ökologischer Erneuerung stehen. Starke Branchen wie die Ernährungswirtschaft sollen gezielt entwickelt werden. Dazu gehört die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit durch gute Rahmenbedingungen.
… will die Wettbewerbsfähigkeit der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft fördern, deren beider Stärke in Qualität und Nachhaltigkeit bestehen soll. Statt einer Politik des Wachsens oder Weichens wird die rot-grüne Koalition gezielt die rund 40.000 bäuerlichen Familienbetriebe in den Mittelpunkt ihrer Politik stellen.
… will ein Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzverbände einführen.
… will einen Hauptamtlicher Tierschutzbeauftragter, der zudem die Geschäftsführung des Tierschutzbeirates übernehmen soll, ernennen.
… will den Niedersächsischen Tierschutzplan verbessern, fortsetzen und mit ambitionierten Zeitplänen unterlegen sowie darauf aufbauend, eine Tierschutzstrategie entwickeln.
… wird Tierschutzgesetz und Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung durch Rechtsvorgaben strikt umsetzen und kontrollieren, dazu gehört auch eine bessere Verfolgung von Delikten und die Verstärkung der Schwerpunktstaatsanwaltschaften.
… wird den Antibiotikaeinsatz in den nächsten fünf Jahren um mindestens 50% reduzieren.
…will ein flächendeckendes Güllekataster und verbindliche Standards für qualifizierte Flächennachweise entwickeln, die regelmäßig überprüft und mit den realen Tierzahlen abgeglichen werden.
… will einen gesetzlichen Mindestlohn in Schlachtunternehmen und der gesamten Ernährungswirtschaft sowie in der gesamten Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft in Höhe von 8,50 € einführen.
… will, dass im Außenbereich zukünftig nur noch Ställe privilegiert sind, die keiner immissionsschutzrechtlichen Genehmigung bedürfen.
… will in Regionen ab zwei Großvieheinheiten pro Hektar die Genehmigung neuer Ställe stärker an den Nachweis eigener Futtergrundlagen und eine ortsnahe Gülleverwertung knüpfen.
… will die Fachprüfung des Keimschutzes im Zuge immissionsschutzrechtlicher Genehmigungsverfahren. Emissionen von Stäuben, Stickstoffverbindungen und Keimen aus neu zu genehmigenden Intensivtierhaltungsanlagen müssen entsprechend der besten verfügbaren Technik minimiert werden.
… will, dass die Einhaltung der Rettungsanforderungen von Tieren im Brandschutz im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens zur Errichtung von Stallanlagen nachgewiesen werden muss.
…will die ordnungsrechtlichen Vorgaben anpassen und die Förderinstrumente neu ausrichten. So soll z. B. die AFP-Förderung nur noch für Stallbauvorhaben, die weit über den gesetzlichen Mindestanforderungen liegende Tierschutzstandards erfüllen und die Schwellenwerte nach der BImSchG unterschreiten, vergeben.
… will ein Gentechnikfreies Niedersachsen und die Positivkennzeichnung tierischer Produkte, die nachweislich ohne den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel erzeugt werden.
… will eine Niedersächsische Eiweißstrategie entwickeln.
…will für die Neuausrichtung einen breiten und intensiven Dialogprozess mit Landwirtschaftsorganisationen, Kommunen, Verbraucher-, Tierschutz- und Umweltverbänden initiieren.

Quelle: ISN

Das wird den Pachtmarkt anheizen und den Strukturwandel verstärken.

gruss topigs
 
topigs  Am: 17.02.2013 20:07:23 Gelesen: 3646# 55 @  
Noch was zum Pferdeskandal:

Eben auf Ersten Tagesschau: Meldete sich Ilse Aigner und der Geschäftsführer von Foodwatch zu Wort. Da frage ich mich wieder einmal warum darf der von Foodwatch reden.
Warum gibt es keine Stellungnahme vom Bauernverband??? Oder dürfen die nicht.
 
papuawenzel  Am: 18.02.2013 09:01:31 Gelesen: 3531# 56 @  
@ Muehlenbach [#53]

Man kann halt die Arbeitsintensive Bio-Landwirtschaft nicht mit 8 Euro Kräfte aufrecht erhalten; wenn es besser in Osteuropa oder Afrika mit 80ct. Arbeitskräften geht...

Genau so. Schon heute kommen immer mehr Bio-Produkte aus Rumänien, Bulgarien etc. und Trend hält an, weil dort Arbneitskräfte billig und Ackerflächen noch bezahlbar sind bzw. Pachtflächen zu einem Spotpreis gegenüber hier zu haben sind. Auch immer mehr Deutsche zieht es dort hin.
 
topigs  Am: 19.03.2013 19:22:41 Gelesen: 2671# 57 @  
So das steht bei TOP-AGRAR online.

OHNE WORTE:

Wird tierische Leistung künftig gedeckelt?
[19.03.2013]

http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Wird-tierische-Leistung-kuenftig-gedeckelt-1108306.html
 

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