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Thema: Getreide: Neue Weizenernte bringt 205-210 Euro ab Feld
Richard Ebert  Am: 06.02.2013 11:20:04 Gelesen: 2430# 1 @  
Getreide wenig verändert

LWK Niedersachsen, Hannover (01.02.13) - Der Getreidemarkt wird nach wie vor in erster Linie von der regen Futtergetreidenachfrage stabil gehalten. Zwischen Futterweizen und normalem Brotweizen gibt es kaum noch einen Preisunterschied. Weizen der kommenden Ernte kann meist zu 205 - 210 €/t ab Feld kontrahiert werden, Gerste zu 187 - 195 €/t und Roggen zu 180 - 190 €/t. Offerten für 2014 gibt es ebenfalls bereits, sie liegen in der Regel um 10 - 12 € niedriger.



Weizen der kommenden Ernte wird knapp über 200 Euro bezahlt und am Terminmarkt in Paris gehandelt

Braugerste gab zuletzt leicht nach. Der November-Braugerste-Termin notiert jedoch sogar etwas über der zeitnahen März-Fälligkeit. Offenbar stellt man sich in der Branche bereits darauf ein, dass der Sommergerstenanbau wieder stark zurückgehen wird. Körnermais und Hafer tendieren recht fest.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat 21.800 t Hafer aus den nationalen Vorratsbeständen des Bundes zum Verkauf ausgeschrieben. Interessierte Käufer können Gebote bis zum 5. Februar einreichen. Die BLE reagiert damit auf Hinweise, dass der Markt insbesondere bei schwerem Hafer in diesem Wirtschaftsjahr offenbar unterversorgt ist.

Markttechnik beeinflusst Rapsterminmarkt kurzfristig

Die Terminkurse für Raps haben am vorderen Ende stark angezogen. Dem liegt in erster Linie ein markttechnischer Effekt zu Grunde. Kurz vor dem Auslaufen des Februar-Kontrakts trieb offenbar die Glattstellung vieler noch offener Positionen die Kurse kurzfristig noch einmal kräftig nach oben. Spätere Fälligkeiten, die davon nicht berührt wurden, reagierten dagegen kaum und blieben im Wochenvergleich wenig verändert. Der physische Markt ließ sich von dem markttechnischen Sondereffekt erwartungsgemäß nicht beeinflussen. Er tendiert weiter recht stabil. Verträge für Lieferungen zur kommenden Ernte werden aktuell meist zu 415 - 420 €/t ab Feld offeriert.

(Quelle: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/206/article/7177.html )



Am Terminmarkt in Paris wird für Raps der kommenden Ernte mehr als 420 Euro je Tonne bezahlt.
 
IHH  Am: 02.04.2013 16:29:00 Gelesen: 1991# 2 @  
Märkte am Morgen | 2. April 2013, 8:55 Uhr Mais löst schärfste Kurskorrekturen aus

Mit heftigsten Verlusten zwei Tage in Folge reagiert die Chicagoer Börse auf die bärischen US-Quartalsbestände.

http://www.agrarzeitung.de/maerkte/maerkte-am-morgen/protected/mais-loest-schaerfste-kurskorrekturen-aus-46900.html?utm_source=Maerkte-am-Morgen-Newsletter&utm_medium=Newsletter


Märkte am Mittag | 2. April 2013, 13:18 Uhr Erdrutsch bleibt aus

Die Rückgänge bei Weizen, Mais und Raps fallen nach dem massiven Kurssturz in Chicago überschaubar aus. Käufer warten vergebens auf ein Schnäppchen.

http://www.agrarzeitung.de/maerkte/maerkte-am-mittag/protected/erdrutsch-bleibt-aus-46909.html?utm_source=Maerkte-am-Mittag-Newsletter&utm_medium=Newsletter

- Für mich tauchen hier zwei Fragen vordergündig auf, Weizen Chicago ist deutlich stärker gefallen als an der Matif, gleicht sich die Differenz zwischen den Beiden Kursen genauso schnell wieder an und wenn dann tendenziel eher so, dass Chicago steigt, als dass der Kurs an der Matif weiter fällt?!
- Wie kann man diese Situation allgemein einschätzen, meine Vermutung ist, dass man durchaus einen Teil zu diesen Preisen vorkaufen kann. Wie sind eure Meinungen dazu?


Gruss IHH
 


Bre  Am: 02.04.2013 17:34:44 Gelesen: 1952# 3 @  
@ IHH [#2]

Für mich tauchen hier zwei Fragen vordergündig auf, Weizen Chicago ist deutlich stärker gefallen als an der Matif, gleicht sich die Differenz zwischen den beiden Kursen genauso schnell wieder an und wenn dann tendenziell eher so, dass Chicago steigt, als dass der Kurs an der Matif weiter fällt?!
- Wie kann man diese Situation allgemein einschätzen, meine Vermutung ist, dass man durchaus einen Teil zu diesen Preisen vorkaufen kann. Wie sind eure Meinungen dazu?

Frage: Vor- oder verkaufen?

Zurzeit besteht ein ungewöhnliches Preisverhältnis zwischen US-Mais und US-Weizen. Üblicherweise liegt der Weizenpreis über den Maiskursen. Allerdings sind die Versorgungslagen in den USA zwischen den beiden Getreidearten aus dem Ruder gelaufen. Während sich für Weizen ein mindestens durchschnittlicher stock to use ratio errechnet läßt, ist der für Mais auf Rekord-Niedrig-Niveau. Die Folge ist: der knappe Mais steht ungewöhnlich hoch am Kurs. Die Konsequenz: die engere Preisrelation drückt vermehrt relativ preisgünstigen Weizen in die Futtertröge. Ein Preiseinbruch bei Mais zieht also den (Futter)Weizen hinterher.

Aber das ist nur die eine Seite. Das erste Rating der Saatenstände für US-Weizen der kommenden Ernte fällt vergleichsweise miserabel aus. Zwar sind die einzelnen Anbauregionen unterschiedlich von Nachwirkungen der Trockenheit 2012, aktuell zu geringen Bodenfeuchtigkeit, Auswinterungsschäden und Niedrigtemperaturen betroffen, aber die kommende Weizenernte verspricht keine große zu werden, auch wenn noch die Sommerweizenaussaat bevorsteht.

Das unerwartet höhere Inventurergebnis bei Mais und Soja hat zwar die Börsianer völlig überrumpelt, aber was ist eigentlich geschehen? Rd.1 Mio. t mehr Mais als angenommen! Das reicht für einen Vorrat von +2 Tagen, gemessen an aktuellen 22 Tagen und im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt von etwas über 40 Tagen. Angesichts der Unsicherheits-marge der Erhebungen dürfte der Schätzfehlerbereich in erreichbarer Nähe ausfallen.

Die US-Börsenreaktion ist angesichts der unglücklichen Reaktionszeiten vor und nach Ostern überzogen (Ostermontag war in den USA Börsentag). Die Pariser Börse hatte genug Bedenkzeit. Außerdem haben die Rohöl- und Eurokurse nachgebessert. Die Verzögerung zum Vegetationsbeginn hier in Europa wie in den USA verstärkt zusätzlich die Einschätzung, dass es mit einer grundlegenden Verbesserung der Versorgung infolge der neuen Ernte nicht weit her ist. Äußerst knappe Anfangsbestände und mittelprächtige Ernteerwartungen in der EU und im Schwarzmeergebiet halten die Weizenpreise hierzulande hoch. Und hier gibt der Weizenpreis den Ton an.

Allerdings können die ungewöhnlichen Verwerfungen des Vorjahres zwischen US-Mais und US-Weizen korrigiert werden, wenn die kommende US-Maisernte wenigstens Durchschnittsergebnisse liefert. Die Maisaussaat in den USA hat noch nicht einmal begonnen. So sehr Niederschläge gewünscht werden, hoffentlich kommen sie nicht zur Unzeit, wenn gesät werden muss. Viel Zeit bleibt nicht mehr.

MfG Bre
 
IHH  Am: 02.04.2013 19:58:56 Gelesen: 1872# 4 @  
@ Bre [#3]

Ja, für mich würde Vorkaufen in Frage kommen. Ich spiele mit dem Gedanken, 25 - 33 % abzusichern.

Das unerwartet höhere Inventurergebnis bei Mais und Soja hat zwar die Börsianer völlig überrumpelt, aber was ist eigentlich geschehen? Rd.1 Mio. t mehr Mais als angenommen! Das reicht für einen Vorrat von +2 Tagen, gemessen an aktuellen 22 Tagen und im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt von etwas über 40 Tagen. Angesichts der Unsicherheits-marge der Erhebungen dürfte der Schätzfehlerbereich in erreichbarer Nähe ausfallen.

Super, wie sie Ihre Informationionen hier für alle darstellen. Ich sehe z.Bsp. auch in diesem Absatz die grössere Gefahr darin, dass der Preis durch unterschiedlichste aüssere Einflüsse eher 30€/t steigen kann, als das er um 30€ fällt.

Gruß IHH
 
Bauer Bernie  Am: 03.04.2013 07:31:08 Gelesen: 1797# 5 @  
@ IHH [#4]

Der größte Feind des hohen Preises ist ein hoher Preis. Wir haben nun seit längerem gute Getreidepreise, was die Getreideproduktion ankurbeln (Intensitätssteigerung) wird.
Auch eine gewisse Ausdehnung der Fläche kommt in Betracht. Es kommt nun sehr stark auf das weltweite Wetter an. Sind hier keine Extreme die alles aus der Bahn werfen sinkt der Getreidepreis zur Ernte.
Ich gehe von Weizenpreisen um die 18 €/dt aus.

Mfg
BB
 
Saubauer  Am: 03.04.2013 09:34:12 Gelesen: 1730# 6 @  
@ IHH [#4]

Aus dem Bauch heraus haben wir WG zu 30 % unseres Zukaufes abgesichert!
Ich denke nach allen Vorgaben liegt der Preis gut und man bedenke auch gereinigt und vom Handel nicht ab Feld ungereinigt und so!
19.- Eur gereinigt frei Hof in der neuen Ernte ist wohl kein Schnäppchen aber "lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach"!

MfG
Saubauer
 
Schubi  Am: 04.04.2013 12:46:53 Gelesen: 1594# 7 @  
Wie 19 €/dt kein Schnäppchen?!?
Bei uns verlangt der Handel 20,80 €/dt in der Ernte!

Was wird bei euch so verlangt?
 
paul  Am: 04.04.2013 17:44:38 Gelesen: 1514# 8 @  
Bei der aktuellen Preisentwicklung bei Getreide, Mais ,Soja und Raps ist mir die Rapspreisentwicklung seit Dezember nicht logisch. Gegen die Sojapreistendenz ist der Raps ständig angestiegen und nach meiner Meinung ein echter Verkaufspreis.

Gruß Paul
 


paul  Am: 06.04.2013 10:36:19 Gelesen: 1357# 9 @  
Zum Vergleich Soja aktuell Mai-sojapreistendenz
 


Muehlenbach  Am: 06.04.2013 12:35:16 Gelesen: 1316# 10 @  
@ paul [#8]

Nun denn; die Läger für die Nachhaltige Biomasse (Raps)zum Einsatz in der Gesetzlich geforderten Beimischungsquote sind aber sowas von leer..
Und dann noch vier Wochen Ernteverzug...

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
 
Franz  Am: 06.04.2013 15:09:21 Gelesen: 1275# 11 @  
@ paul [#9]

Da sind reine charttechniker unterwegs. Die verwalten Grosse summen und machen den Markt. Die sind nicht vom Fach. Die denken nur linear. Töpfer und Co. Macht sich mit Sicherheit da auf deren Kosten die Taschen voll. Jeder Landwirt weiß mehr über Substionseffekte wie die Charttechniker. Schau dir nur die Verluste der hedgefonds in 2008 an, die sind damals als Gewinne bei den getreidehämdler wider aufgetaucht. Auf die lange Sicht gewinnt immer der Markt. Schau dir doch mal die Situation vor 6 Wochen bei Mais und Weizen an, zum gleichen Preis, unbegreiflich für Fachleute Heute wider in einer akzeptabelen Relation (meiner Meinung nach der Weizen noch zu niedrig). Ich habe den Verdacht das die Hedgefojds der Meinung sind das läuft ähnlich wie 2008 und stehen deshalb auf der ändern Seite wie damals. Und ich bin mir sicher, da gehen wider mal für die ein paar 100 Mio. kaputt. Nur diesmal halt im steigenden Markt. Ich bin stark am überlegen alle Einkäufe durch Kontakte abzusichern. Der Monsum in Indien ist dieses Jahr auch noch nicht da. Und ob er in Südost Asien rechtzeitig einsetzt ist nach der letzten Misernte nur zu wünschen.

Gruß
 
Franz  Am: 06.04.2013 15:14:05 Gelesen: 1273# 12 @  
@ Bre

Ich vergaß, Bre ist doch ganz Gut in den Sachen bewandert. Wie siehst du das?

Gruß
 
Bre  Am: 07.04.2013 10:17:41 Gelesen: 1155# 13 @  
@ Franz [#12]

Die Getreide- und Ölsaatenwelt sieht in den USA vor und nach Ostern ganz verschieden aus.

Bis Gründonnerstag 15 Uhr amerikanischer Zeit ging die allgemeine Markteinschätzung von einem besorgniserregenden Versorgungszustand im Falle von Mais aus. Es bestanden ernsthafte Befürchtungen, die Vorräte reichten nicht bis zur neuen Ernte im Okt. und von Re-importen war die Rede. Diese von allen Seiten nur mit wenigen Abstrichen vertretene Überzeugung führte in der Vorosterphase zu wieder anziehenden Maiskursen . Im Vergleich dazu war und ist der Weizenmarkt aus alter Ernte in den USA noch gut durchschnittlich versorgt. Die unterschiedlichen Knappheitsverhältnisse zwischen Mais und Weizen führten zu der ungewöhnlichen Situation, dass Weizen billiger als Mais gehandelt wurde und somit verstärkt in den Futtermittelsektor abfloss. Der Mais als knappster Faktor gab Preisniveau und -richtung vor.

Die Verzögerung der Transporte von Soja aus den brasilianischen Häfen hat den ohnehin knapp versorgten US-Sojamarkt zusätzliche Exporte abverlangt mit der Erwartung sehr niedriger Endbestände.

Und dann kam die dicke Überraschung: Die vierteljährlich durchgeführte Inventur bei Farmern, Händlern und Verarbeitungs- und Exportunternehmen zum Stichtag 1. März 2013 lieferte einen Maisvorrat, der um rd. 10 Mio. t, bei Soja um 1,8 Mio. t über den durchschnittlichen Vorausschätzungen professioneller Marktteilnehmer lag. Selbst die oberste Spannbreite sämtlicher Prognosen wurde weit übertroffen.

Die Folge: Kurseinbruch am Gründonnerstag abend bis Limit-down und nochmaliger Einbruch am Ostermontag (US-Börsentag) mit einem Kursrutsch von umgerechnet rd. 3 € je dt Mais. Das aktuelle Preisniveau bewegt sich auf dem Level Anf./Mitte Juli also zu Beginn der Trockenperiode in den USA. Auf dieser niedrigen Stufe wird wieder nach Bodenhaftung gesucht.

Weizen- und Sojapreise folgten in gemäßigter Form. Spätestens jedoch mit Dienstag nach Ostern wurde aber deutlich, dass die Bestandserhebung mehrgewichtig rückwärts gewandt der Korrektur gedient hat als Orientierung nach vorn liefert. Das wurde an den steigenden Weizenkursen sichtbar, die stark von dem miserablen US-Wintersaatenstand , verzögerten Vegetationsbeginn in den USA und Europa sowie deutlich gedämpfter Ernteschätzungen für 2013 geprägt sind. So langsam gewinnt der US-Weizenkurs an Leitfunktion zurück, während der Maispreis noch nach Orientierung sucht.

Worin bestehen die möglichen Ursachen der Fehleinschätzung? Wenn man von Spekulations- und Verschwörungstheorien absieht, kommen zwei grundsätzliche Ansätze in Frage: In Anbetracht der ungewöhnlich seltenen Trockenheit wurden die Flächenerträge und die tatsächlichen Ernteflächen für die Körnermaisgewinnung unterschätzt, ein Phänomen was häufig in Extremsituationen zu beobachten ist. Schlimmsituationen werden besonders schlimm empfunden. Die Maisbestände auf den Farmen wurden – weil im Regelfall nicht gewogen – möglicherweise unterschätzt. Schwer kontrollierbar ist die Verfütterung auf den Farmen aus betriebseigenen Futtermitteln. Hingegen sind die Mengen in den Lägern der Händler, der Verarbeitungsfirmen, für den Export relativ exakter einzustufen, weil sie gewogen und in den Ein- und Ausgangsbüchern festgehalten werden.

Die Pariser Börse konnte erst am Dienstag nach Ostern reagieren. Wer eine ähnliche Entwicklung wie in den USA erwartet hatte, sah sich getäuscht. Nach anfänglichem Kursrückgang drehte sich die Einschätzung auf zukünftig zunehmende Verknappung mit der Folge steigender Weizenkurse.

Zur Hintergrundbeleuchtung: Die Weizenernte in den USA beträgt rd. 60 bis 65 Mio. t, davon wird die Hälfte nur im eigenen Land verbraucht. Die durchschnittliche Maisernte liegt zwischen 320 bis 350 Mio. t, im Jahre 2012/13 aber trockenheitsbedingt nur 273 Mio. t mit Zweifeln an der Zuverlässigkeit der Schätzung. Die Maisexporte liegen zwischen 30 bis 80 Mio. t je nach Ernte. Für die Bioethanolherstellung werden zurzeit nur noch 115 Mio. t verwendet.

Zum Vergleich dazu ernten wir in der EU rd. 135 Mio. t Weizen und 60 Mio. Mais bei einer Gesamternte von durchschnittlichen 285 Mio. t (2012/13 nur 271 Mio. t). In Europa bleibt der Weizenpreis entscheidend.


Im Falle des Ölsaatenmarktes stehen preisdrückende und –treibende Elemente gegenüber:

+ Preistreibend sind die geringen Lagerbestände in fast allen Ölsaaten
+ Preistreibend ist die Importfreigabe von australischen Raps für den Chinaimport
+ Preistreibend sind die ungünstigen Rapsernteaussichten in Europa bis auf Ukraine
+ preistreibend ist der Beimischungszwang im Biodieselsektor

- Preisdrückend wirkt sich die überraschende Höherschätzung der US-Sojabestände aus
- Preisdrückend sind die niedrigen Palmölpreise aufgrund hoher Überhangbestände
- Preisdrückend wirkt die hohe südamerikanische Sojaernte, die trotz logistischer Verzögerungen jetzt zunehmend auf den Markt drängt. Dabei spielt die nochmalige Reduzierung der argentinischen Sojaernte nicht die ganz große Rolle mehr.
- Preisdrückend soll eine verhaltene Sojanachfrage aus China infolge des Ausbruchs der Vogelgrippe in der Geflügelwirtschaft des Landes sein (?)
- Preisdrückend könnte sich auch eine große US-Sojaanbaufläche in den nächsten 2 Monaten auswirken, vorausgesetzt das Wetter spielt mit.
- Zukünftig veränderte staatliche Stützungsmaßnahmen im Bioenergiesektor werfen ihre Schatten voraus.

Der Preisdruck wird in den nächsten Monaten überwiegen. Frage bleibt offen wie stark oder wie schwach? Dabei spielt das Getreidepreisumfeld ebenfalls noch eine Rolle. Nicht vergessen darf man Röhölkurse und Eurokurse in diesem Zusammenhang


MfG Bre
 
Saubauer  Am: 07.04.2013 20:45:23 Gelesen: 1041# 14 @  
@ Schubi [#7]

Sollte ich noch mehr absichern?
Alle reden von fallenden Preisen !
Die Natur steht aber noch still und so hat es mich dazu gedrängt mal 100 to abzusichern

Noch dazu gehen die Forderungen bei Silomais sogar noch leicht nach oben!

MfG
Saubauer
 
BIGPIG  Am: 08.04.2013 09:22:41 Gelesen: 948# 15 @  
Hallo,

nach meiner Meinung wird der Weizenpreis, in der Ernte, bei ca. 210 Euro je Tonne liegen.

Selbst wenn es zu einer guten Ernte kommen sollte, werden die schrumpfenden Weltvorräte einen niedrigeren Preis verhindern. Bei einem Erntepreis unterhalb o.g. würde ich mein Getreide einlagern.

Das Getreide sieht insgesamt noch recht gut aus. Bei uns ist es aber z. Zt. sehr trocken. Gerste, Roggen und Triticale haben sich gut bestockt. Sorgen macht mir der spät gedrillte Weizen und der Raps.

mfg

Bigpig
 
peterg  Am: 08.04.2013 11:05:24 Gelesen: 911# 16 @  
Zwei Meldungen am Wochenende:

1.
http://www.blackseagrain.net/about-ukragroconsult/news-bsg/brazil-exporters-anticipate-may-june-port-chaos-with-soy-sugar-and-corn-crops
Aufgrund der knappen US-Lagerbestände und der sich bis weit in den Sommer hineinziehenden logistischen Probleme in Brasilien spricht manches dafür, dass die Kurse für Soja - alten Ernte - hoch bleiben müssen!
Eine Frage an BRE: Ich habe bislang keine Nachrichten gefunden in wieweit die Unwetter in Argentinien sich auf die Sojaproduktion auswirken.
Gibt es diesbezüglich schon Einschätzungen?

2.
http://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/exclusive-britain-running-out-of-wheat-as-cold-weather-crisis-hits-farmers-8562648.html
In diesem Thread geht es ja eigentlich um Weizen.
Dass Großbritannien in diesem Jahr wohl Weizen importieren muss ist unüblich.
Wie wird denn die Situation bei Weizen in Frankreich eingeschätzt?
Auch Osteuropa (Ukraine) wurde vom nochmaligen Wintereinbruch überrascht. Gibt es hier schon Einschätzungen über Schäden (bei frisch ausgesätem Sommergetreide)?
 
Bre  Am: 08.04.2013 15:09:06 Gelesen: 840# 17 @  
@ peterg [#16]

Zu 1 : Sojapreise
Siehe nachstehende Internetadresse:
http://www.barx.com/fx/gator/index.html

Brasilien: Ist der Logistikeffekt nicht schon eingepreist? Das Verladeproblem existiert doch schon über mehrere Wochen!

zu 2: Weizen in Frankreich

siehe Schätzung von COCERAL im März 2013 und der Information, daß in den nördlichen Weizenanbaugebieten Frankreichs im Dezember doppelt so viel Niederschlag gefallen ist wie im langjährigen Durchschnitt. Weizensaaten im oder unter Wasser in Verbindung mit der aktuellen Vegetationsverzögerung führt zu Ertragseinbußen mit der Folge einer unterdurchschnittlichen französischen Weizenernte. Wesentlich besser dürften neuere Schätzungen wohl nicht ausfallen!

Für die EU-28 zeichnet sich ein Getreideangebot ab, das aus extrem niedrigen Anfangsbeständen, einer eher unterdurchschnittlichen Ernte 2013 und teuren frachtkostenbelasteten Einfuhren besteht. Auf der Verbrauchsseite ist eine gewisse Entlastung im Futtersektor aufgrund niedrigerer Tierbestände zu erwarten. Wenn sich die Exporte aus dem Schwarzmeergebiet hinsichtlich Menge und Niedrigpreisniveau wieder normalisieren sollten (???), könnte eine Entlastung im EU-Exportgeschäft auftreten. Dies entscheiden die Preisrelationen zwischen den konkurrierenden Exportländern. Die EU-Versorgungsbilanz bleibt voraussichtlich eng ... sehr eng?

Sommersaaten in der Ukraine

As of April,05 spring grains were sown on the area of 876 Th ha (30% of intended area), including 740 Th ha of barley, 91 Th ha of peas, 29 Th ha of oats and 7 Th ha of wheat. Four regions in South Ukraine have completed spring crops seeding.
As a result of unfavourable weather conditions spring field activities will start 2-3 weeks later than usual. This was announced by Prime Minister of Ukraine Mykola Azarov

Von Schäden ist nicht die Rede. Frosttemperaturen sind in Nordwesten aufgetreten. Da lag aber noch ausreichend Schnee. Im Südosten waren normale Temperaturen. Angesichts der niedrigen Temperaturen dürfte der Saatenaufgang auch gering gewesen sein. (siehe Crop explorer)

MfG Bre
 
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