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Forum-Name: MZI
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Forumbeiträge von MZI

Schweine: Explosion der Futterkosten durch die Spekulanten ?
MZI  Am: 25.08.2010 09:52:33 Gelesen: 202# 2
Nachfolgend eine Analyse von Markus Gruber, gedacht als Ergänzung zum äußerst schlechten Artikel von Fr. Kerstin Burbank. Anstatt hier wissenlos auf die Spekulanten zu schimpfen wird hinterfragt, warum Verarbeiter (= Schweineproduzenten) eigentlich keine vernünftige Bedarfsdeckung haben.

Ist Sojaschrot billig ?

24. August 2010 von Markus Gruber | http://www.sojakomplex.de

... Es erscheint gerade so, als stehen die meisten Marktteilnehmer noch an der Seitenlinie und beobachten den Marktverlauf mit Skepsis und mit Kaufverweigerung.

Tatsächlich ist es aber so, dass die Verbraucher nicht bemerken, dass die Schrothersteller gerade eine herbstliche Grillfeier vorbereiten und als Grillgut soll es Mischfutterhersteller und Agrarhändler geben (selbstverständlicher auch Schweinemäster, Milchviehbauern und Eierproduzenten).

Wieder einmal zeichnet sich ab, dass die Käufer keine vernünftige Bedarfsdeckung vorgenommen haben sondern die wildesten Spekulantenpersönlichkeiten der Börsengeschichte mit der “alles-auf-eine-Karte-Strategie” noch toppen wollen.

Ähnlich wie Anthony Ward mit seinen Kakaobohnen hantieren jetzt die Ölmüller mit Sojaschrot. Die bewährte Verknappungsmethode hält die Kurse hoch und das aufgestaute Kaufpotenzial macht die Tür für steigende Kurse auf. Die Spekulanten flüchten sich in den Windschatten der bekannten Story “Angebot isoliert betrachtet hat keinen Einfluss” und der aufgewärmten Märchen von weiterhin stark steigender Nachfrage (modelliert auf die nächsten drei Jahre).

Die leeren Bücher der europäischen Verbraucher sind wieder einmal die beste Basis für eine Hausse. Leider muss man den Käufern eine gewisse Evolutionsresistenz attestieren (was ein weiterer Beweis ist, dass es Evolution nie gab) weil die Marktmechanik unbeeindruckt im Sinne der Verkäufer weiterhin funktioniert.

---
MZI
 
Futter: Kontrakte oder zu Tagespreisen kaufen ?
MZI  Am: 29.07.2010 18:28:47 Gelesen: 612# 3
Hallo

Eine Gedankenanregung mit Bezug auf den Thread: Optionshandel an der Euronext.

Wenn man unterstellen kann (und das kann man), dass der Preis für Fertigfutter mit dem Weizen, respektive Maispreis einhergeht (stark korrelliert), so kann man sich mit Hilfe von Call - Optionen z.B. auf den Weizenkontrakt gegen steigende Preise versichern. Man kauft dann zu Tagespreisen ein. Ist der "Schadensfall" (gestiegene Preise) eingetreten, so wird der "Schaden" durch die im Wert gestiegenen Optionen kompensiert.

mfg
MZI
 
Weizen / Raps: Optionshandel an der Euronext
MZI  Am: 29.07.2010 17:16:24 Gelesen: 255# 15
Ja, die Optionen können jederzeit gekauft und verkauft werden. Voraussetzung dafür ist natürlich dass für den gewünschten Preis einen entsprechenden Handelspartner finden. An der Euroext gibt es aber sogenannte Market-Maker, die für ein Mindestmaß an Liquidität sorgen.

Wenn Sie die Option während der Laufzeit nicht verkaufen, wird sie am Ende der Laufzeit zum entsprechendem Futureskurs abgerechnet.

MZI
 
Weizen / Raps: Optionshandel an der Euronext
MZI  Am: 29.07.2010 14:09:57 Gelesen: 305# 13
Weizen / Raps: Optionshandel an der Euronext
MZI  Am: 27.07.2010 16:12:46 Gelesen: 460# 6
@ riskmanager [#1]

Optionen können leider vom Endkunden nicht über einen Handelsschirm gekauft werden. Sie brauchen daher einen Broker, der Ihnen das Geschäft per Telefon umsetzt.

Die Gebühren belaufen sich in der Regel auf 0.8 bis 1.2 Euro / Tonne.

Entsprechende (u.a. deutschsprachige) Makler finden Sie auf den Internetseiten der Euronext sowie auch hier im RMX Forum.

Denken Sie aber auch über folgende Möglichkeit nach:
Die Put Option versichert Ihnen den Preisverfall gegen Null. Sie wollen sich aber vielleicht nur gegen einen Preisverfall von z.B. 30 Euro versichern. - Weil Sie sich sicher sind, dass der Preis nicht unter 335 Euro/to fallen wird.
Sie können also 365 Put Optionen kaufen und 335 Optionen verkaufen: Unterm Strich kostet Ihnen die Versicherung gegen einen Preisverfall von max. 30 Euro nicht mehr als 6 bis 7 Euro (habe jetzt keinen aktuellen Kurs zur Hand).

mfg
Martin Ziegelbäck
 
* Absicherung des Diesel- und Düngermittelpreises
MZI  Am: 25.03.2010 20:27:03 Gelesen: 1908# 23
@ Geno-Bauer [#19]

Sie sprechen mir aus der Seele. Danke.
 
* Absicherung des Diesel- und Düngermittelpreises
MZI  Am: 14.03.2010 20:03:25 Gelesen: 2792# 7
@ Geno-Bauer [#6]

Grafiken sind unzureichend. Eine Korrelation kann man seriöserweise nur mit Datensätzen bestätigen. Der Finanzberater Ihres Vertrauens wird das sicher erledigen können. (Falls nicht, senden Sie mir eine Email.)
Börse: z.B.: Nymex / Kürzel: QH

Vergessen habe ich noch die Zertifikate als Möglichkeit. Da müsste man sich gezielt auf die Suche nach einem geeigneten Produkt machen. (siehe: Finanzberater)

Schönen Sonntag
Martin Ziegelbäck
 
* Absicherung des Diesel- und Düngermittelpreises
MZI  Am: 14.03.2010 16:58:35 Gelesen: 2828# 5
@ Geno-Bauer [#4]

Guten Tag

1.) Heizöl (Heating oil) korreliert sehr stark mit europäischen Diesel-Kassapreisen. Hier wäre ein Mini-Kotrakt denkbar (~79.500 Liter).

2.) Man könnte eine Call-Option (ebenfalls heating oil) mit entsprechendem Delta kaufen (je nach abzusichernder Menge - muss aber ständig angpasst werden).

3.) Zu Dünger: Bei JEDER Art von lagerfähiger Ware sind in Vorwärtsverträgen Finanzierung und Lagerkosten inkludiert. Das sollte Sie nicht überraschen. Bei Dünger ist Kauf und Einlagerung noch immer die beste Option.

mfg
MZI
 
* Absicherung des Diesel- und Düngermittelpreises
MZI  Am: 12.03.2010 20:26:39 Gelesen: 2974# 3
Nein, stimmt nicht. Es gibt einige Variationen, Diesel KORREKT, d.h mit minimalem Restrisiko abzusichern. Auch kleinere Mengen.
Düngemittel funktioniert gescheiterweise nur mit Forwards (phyische Vorkäufen).

mfg
Martin Ziegelbäck
 
Weizen: Absicherungsstrategie für den Weizenpreis
MZI  Am: 21.09.2009 21:09:14 Gelesen: 1446# 9
@ greenhunter [#7]

Hallo

Ich habe da eventuell eine Idee, bräuchte aber noch ein paar Daten um besser rechnen zu können. Können Sie Sie mich bitte direkt via Email kontaktieren?

mfg
Martin Ziegelbäck
 
Weizen: Absicherungsstrategie für den Weizenpreis
MZI  Am: 16.09.2009 09:58:55 Gelesen: 1713# 4
@ greenhunter [#1]

Hallo

Wie mit IHH in einem anderen Thread diskutiert, trete ich für eine Preisbindung an den Terminmarkt ein. Der Vorteil: Völlige Eigenständigkeit der Vertragspartner, durch die Möglichkeit sich abzusichern.
Die Variante wie von bbw beschrieben ist zwar nicht ungeschickt, beinhaltet aber die Gefahr, dass bei günstigen Marktkonstellationen sich ein Vertragspartner eingeengt fühlt.

@ bbw

Eine Frage: Wann und wie wird den der Kassapreis für Weizen ermittelt?

mfg
Martin Ziegelbäck
 
Mais: Anbau für Biogasanlagen - lohnt sich das ?
MZI  Am: 14.09.2009 20:23:28 Gelesen: 1975# 2
Guten Tag

Ohne jetzt Ihre regionalen Besonderheiten zu kennnen, haben wir sehr gute Erfahrungen mit Preisableitungen die sich auf Terminnotierungen beziehen. Dies ist ein Modell dass größtmögliche Flexibilität gewährleistet. D.h. es ist wichtig, dass Sie in Zukunft von eventuell steigenden Preisen profitieren können. Gleichzeitig möchte sich der Käufer vielleicht gegen steigende Preise versichern (z.B. wenn er feste Einspeisetarife hat). Somit ist die erste Frage bereits beantwortet.
Zur zweiten Frage kann ich Ihnen sagen: beides hat Vor- und Nachteile, wobei die Unterschiede nur im Detail liegen.
Besonders zu beachten sind allerdings eventuelle Ertragsausfälle (Hagel, Trockenheit, etc.) denn diese Fälle müssen gesondert geregelt werden.
Wenn Sie mich direkt kontaktieren, kann ich Ihnen hier gerne behilflich sein.

mfg
Martin Ziegelbäck
http://www.hedging.eu
office@hedging.eu
 
Düngemittel: Bis 70 % Preisanstieg
MZI  Am: 07.06.2009 07:44:07 Gelesen: 3754# 18
Wie würde den die Deckungsbeitragsrechnung für die kommende Saision bei einer Terminnotierung von 165 Euro/Tonne aussehen?

MZI
 
Schweine: Suche die Vereinigungspreise seit 1998
MZI  Am: 30.05.2009 10:25:47 Gelesen: 366# 1
Guten Tag

Ich suche dringend die Vereinigungspreise seit 1998 als Tabelle.
Ich bitte um einen Link oder direkte Zusendung an: office@farming.at

Danke im Voraus.
 
Umfrage zur Risikoeinstellung von Getreideproduzenten
MZI  Am: 29.05.2009 17:07:05 Gelesen: 314# 3
Als Danke an alle Teilnehmer sozusagen möchte ich eine Frage aus obigem Fragebogen zur Diskussion stellen. Sie lautet:

Für eine kommende Getreideernte besteht eine 50/50 Chance, einen Deckungsbeitrag(DB) von entweder 800 Euro/ha ODER aber 400 Euro/ha zu erwirtschaften. Für welchen fix garantierten DB/ha würden Sie diese Ernte heute schon verkaufen?

Ein Viertel der Landwirte ist bereit, zu einem Preis von 600 Euro oder darunter das Risiko abzugeben! Der Rest nur ab einem höheren Betrag. (Ein nicht geringer Teil nur um den Höchstpreis von 800 Euro).

Warum ist das so? Sind Landwirte von Haus aus Spekulanten? Suchen Sie das Risiko? Ist die Frage unklar gestellt? Aus schwerer Ratlosigkeit heraus bitte ich um Gedankenansätze...

mfg
MZI
 
Umfrage zur Risikoeinstellung von Getreideproduzenten
MZI  Am: 27.05.2009 09:51:28 Gelesen: 396# 2
Danke an alle , die den Fragebogen bereits ausgefüllt haben!

Ansonsten bitte ich noch einmal um Unterstützung.

MZI
 
Umfrage zur Risikoeinstellung von Getreideproduzenten
MZI  Am: 22.05.2009 09:59:13 Gelesen: 518# 1
Liebe Landwirte

Ich erstelle eine wissenschaftliche Arbeit, um u.a. die Einstellung zum (Preis-)Risiko in getreideproduzierenden Betrieben festzustellen.
Ich bitte daher alle Getreideproduzenten in diesem Forum, an dieser kurzen Umfrage (dauert nicht länger als 4 Minuten) teilzunehmen. Diese kann unter folgendem Link gefunden werden:

http://www.umfrageonline.com/live.php?code=1849809035444

Ich ersuche um Ihre Mithilfe. Unter den Teilnehmern werden schöne Sachpreise verlost. Ansonsten erfolgt die Auswertung der Fragen natürlich streng anonymisiert.


mit freundlichen Grüßen
Martin Ziegelbäck
http://www.hedging.eu
 
Neuer Höhenflug der Preise für Weizen, Mais und Sojabohnen ?
MZI  Am: 14.05.2009 21:33:19 Gelesen: 1432# 8
Ja genau - Zur Zeit der Ernte werden 95% der Geschäfte am Kassamarkt getätigt. Jeder versucht seine Prozessoren bzw. Silos vollzukriegen. Und umgekehrt auf der Produzentenseite.
Ob es sinnvoll ist, darüber lässt sich streiten...

Hoffe gedient zu haben.
MZI
 
FPÖ fordert Verbot der Spekulation mit Agrar-Rohstoffen !
MZI  Am: 19.04.2009 17:56:07 Gelesen: 1088# 5
Hallo

Der Herr Jannach ist in der (österreichischen) Agrarpolitik der siebte Zwerg von links. Soviel zur Bedeutung dieser Aussage.

mfg
Martin Ziegelbäck
 
Schweine: Absicherung an der Terminbörse - lohnt(e) sich das ?
MZI  Am: 20.01.2009 21:09:06 Gelesen: 873# 23
@ wollewatz [#15]

Hallo

Viele Meinungen - die meisten sind auch im wesentlichen richtig. Ich möchte hier versuchen diese etwas zu ordnen.

Meine Aussage war, dass ein Versicherungseffekt nur für extrem risikoscheue Hedger zu Tage kommt. Ebendieser verhindert einen möglichen Absturz, der (finanzielle) Abgrund vor dem er ggf. steht wird deswegen aber nicht kleiner.
Für alle, die risikoneutral sind und ein finanzielles Stolpern auch aushalten, stellte sich im Beobachtungszeitraum keine Verbesserung ein. Der Grund liegt m.E. darin, weil man sich mit einer Absicherung zum einen auch Chancen verbaut und zum anderen, dass man schlichtweg zur falschen Zeit manchmal das Falsche tut!

Ist eine Absicherungsstrategie für einen Rein-Raus Betrieb etwas einfacher gestrickt und orientiert sich hauptächlich am Gewinn, so wird bei einem annähernd kontinuierlichem System schon komplizierter. Ina hat es dargestellt, es macht keinen Sinn sich dauernd und ständig abzusichern. Außer Spesen nichts gewesen.

Hier braucht es Kriterien objektiver oder subjektiver Art. Dies kann von einem einfachen Blick auf das Datum bis zu einer komplizierten Vorhersage reichen. Dies ist Sache des Entscheiders und der Planung.

Ich arbeite in erfolgreichen Betrieben (auch mit kontinuierlicher Produktion) sowohl mit Einkäufern als auch Verkäufern zusammen. Deren Intention ist es, erstens den Einkaufs/Verkaufspreis vom Durchnitt des Kassapreises zu senken/heben und zweitens einen richtig großen Schaden tunlichst zu vermeiden. (= Gewinn unter Risiko bei Risikoaversität gegenüber großen Schäden). Daran werden Sie gemessen!

mfg
Martin Ziegelbäck
 
Schweine: Absicherung an der Terminbörse - lohnt(e) sich das ?
MZI  Am: 16.01.2009 22:09:20 Gelesen: 1360# 12
@ Richard Ebert [#11]

Wir kommen des Kaisers Bart schon langsam näher.

Ich behaupte: Bei der Betrachtung der Standardabweichung der Erlöse als Risikomaß ergibt sich in verschiedenen Simulationen zur Absicherung KEIN (positiver) Effekt auf das Risiko. Eine Risikoverminderung ist nicht existent.

Sie behaupten: Bei der Betrachtung des Deckungbeitrages als Risikomaß ergibt sich EIN positiver Effekt auf das Risiko.

Wäre schön wenn Sie einen Beweiß anführen könnten. Steffin (2002) führte eine hinlängliche Untersuchung an der AEX über 10 Jahre durch, die den Absicherungsgrad proportional zum DB bestimmte. Das Resultat ist indifferent, da sich das Risiko nur unwesentlich verringerte, dafür aber der Gesamtgewinn signifikant geschmälert wurde.
Solange nichts anderes dargestellt werden kann, sollten wir mit dem Wort "Versicherungsfunktion" sehr sorgfältig umgehen.


mfg
Martin Ziegelbäck
 
Schweine: Absicherung an der Terminbörse - lohnt(e) sich das ?
MZI  Am: 14.01.2009 20:43:33 Gelesen: 1521# 10
@ Richard Ebert [#9]

Gut Herr Ebert, dann müssen wir weiter vorne anfangen. Was genau verstehen wir in diesem Zusammenhang unter einer "Versicherung"? Vor allem: gegen was?

Ihr Zitat:
"Zunächst einmal möchte ich betonen, dass die Terminbörse nicht dazu bestimmt ist, Umsätze zu erhöhen, sondern den Hedgern der jeweiligen Produkte eine Preissicherung gegen unerwünschte Schwankungen bietet."

Diese unerwünschten Schwankungen (Anm: der Preise) haben sich im RMX Schweinekontrakt in einem Beobachtungszeitraum von 1998 bis 2006 bei verschiedenen Simulationen nicht reduziert!

mfg
MZI
 
Schweine: Absicherung an der Terminbörse - lohnt(e) sich das ?
MZI  Am: 13.01.2009 18:11:26 Gelesen: 1655# 8
@ Richard Ebert [#5]

Verzeihen Sie mir, wenn ich Ihnen entschieden widerspreche. Die Versicherungsfunktion für Schweine an der RMX ist quasi nicht existent. Ich kann das insoferne beweisen, als das in Berechungen sowohl für routinemäßige Varianten (routine Hedging) als auch für selektive Varianten (selektives Hedging, siehe Beitrag oben) nur eine Risikoreduktion für extrem risikoaverse Teilnehmer zu Tage kam.
In einfachen Worten: Wenn Sie nicht gerade am finanziellen Abgrund stehen, besteht keine Motivation zur Absicherung aus Gründen einer möglichen Risikoreduktion. Es wäre gut, wenn man dieses Scheinargument (siehe auch den Kommentar von Mühlenbach) beiseite legen würde.

Aus meiner Erfahrung mit professionellen Unternehmen weiß ich aber auch, dass der einzige Gedanke um den sich alles dreht, der Gewinn bzw. die direktkostenfreie Leistung ist. Es wird als Erfolg angesehen, wenn sich der Erlös vom Durchschnitt abhebt (umgekehrt beim Einstandspreis).
Sie haben in Ihrer Argumentation vollkommen recht, dass man einen guten DB absichern soll, ja fast muss. Aber zu denken, dass automatisch eine "Glättung" der Erlöse (ein konstanter Geldfluss sozusagen) erreicht wird, trifft die Sache nicht.

mfg
Martin Ziegelbäck
 
Schweine: Absicherung an der Terminbörse - lohnt(e) sich das ?
MZI  Am: 10.01.2009 09:25:09 Gelesen: 2159# 2
Hallo

Die Fragestellung an sich ist nicht sehr intelligent. Wenn Sie 1000 Jahre kontinuierlich absichern (egal was), dann werden sie am Ende abzüglich Spesen das Selbe haben wie ohne Hedging. Ausserdem muss auch beurteilt werden, ob sich die Schwankung der Erlöses erhöhte oder verringert. (Ertrag unter Risiko)

Ich habe im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit über den Zeitraum von acht (!) Jahren untersucht, was passiert wenn an der RMX Schweine abgesichert werden. Diese Absicherung erfolgt aber nicht blind, sondern ist an verschiedene (bewußt sehr triviale) Bedingungen geknüpft. Es wird zum Beispiel nur abgesichert, wenn der Preis 10% über dem saisonalem Schnitt liegt. Ebenfalls zur Anwendung kam das optimale Absicherungsverhältnis, das zwichen 50 und 80% lag. Dannach wurde errechnet, welcher Gesamterlös sich für die verschiedenen Absicherungshorizonte ergibt.
Verkürzt gesagt, ergab sich aus der Anwendung dieser äußerst einfachen Strategie ein Mehrerlös von über einem Prozent im Schnitt. Aus dieser Perspektive heraus ist eine Preisabsicherung, soferne ein ordentliches Konzept dahinter steht, zu empfehlen.

Sollte jemand Interesse an weiteren Ergebnissen dieser Arbeit haben, kann über http://www.hedging.eu gerne Kontakt zu mir aufgenommen werden.

mfg
Martin Ziegelbäck
 
Weizen: Preispoker für Bauern
MZI  Am: 05.01.2009 21:45:44 Gelesen: 2260# 7
Hallo

Ich bräuchte historische Kassapreise in Bayern (Donauraum) der letzten 10 Jahre (in Zahlenform - kein Chart)
Könnte die mir jemand zukommen lassen oder mich eine Quelle wissen lassen. Danke im voraus!

office@hedging.eu

mfg
Martin Ziegelbäck
 
Schweine: Jahresrückblick 2008 / Jahresvorrausschau 2009
MZI  Am: 22.12.2008 10:47:00 Gelesen: 1238# 3
Hallo

Obiges ist sicher richtig, doch wie ändern?
Ergänzen möchte ich noch zwei Punkte, der vielfach unbeachtet werden, m.E. aber immens wichtig ist: Markttransparenz und Informationsasymmetrie.

Punkt 1: Dieses Forum ist das beste Beispiel dafür, dass nur ganz wenige wirklich Bescheid wissen. Der Rest mutmaßt aus dem Bauch heraus. Versuchen Sie mal, wesentliche Marktdaten die zur Findung eines Preises notwendig sind, zu recherchieren. Wie zum Beispiel Exportzahlen, Lagerbestände, Einlagerungen, etc.
Mit dem Anspruch, dass ganze möglichst zeitnah und EU-weit zu erfassen werden Sie unweigerlich scheitern. Ich meine, dass es dringend notwendig ist, dem Markt ein hohes Maß an Transparenz (in Form von zeitnahem Zahlenmaterial) zu geben. Dies würde zur Folge haben, dass
* auch vor allem die Grüne Seite den Markt besser versteht, und somit der Konsens erhöht wird.
* besser am Bedarf produziert wird. (Schnelleres Auf- und Abstocken der Bestände, schnelleres Umschichten des Absatzes)
* mehr Informationen die in den Preis einfließen, diesen auch "fairer" machen.
* sich bei höherem Informationsstand ein breiterer Kreis an der Preisfindung beteiligt (Stärkung der Terminbörse).

Punkt 2, der unterschätzt wird ist die Informationsasymmetrie. Während die rote Seite fast auf den Kopf genau weiß, wie viele Schweine im Angebot zu erwarten sind (saisonaler Produktionszyklus, Sauenbelegungen, usw.) wird die grüne Seite mit Informationen quasi ausgehungert. Die Schlachtzahlen ausgenommen, gibt es keine vernüftige Zahl die die Nachfrage dokumentiert. Es resultiert daraus fast zwanghaft eine Verzerrung des Gleichgewichtspreises. Dies führt uns wieder zu Punkt 1.

Wenn man im Vergleich dazu den Fleischhandel an der CME betrachte, so wird alles unternommen, um diese genannten Defizite auszugleichen. Man siehe nur die ganzen Reports, veröffentlicht von der USDA (z.B. Cold Storage Report). Auch wenn dort gelogen wird, wass das Zeug hält; aber es ist zumindest ein Ansatzpunkt.

Zur Verbesserung dieses Zustandes müssten alle (Rote Seite, Grüne Seite, Börse) einen gemeinsamen Schulterschluss wagen. Ich bin überzeugt, dass die Installation solcher Instrumente von Vorteil für alle Marktbeteiligten wäre.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr

Martin Ziegelbäck
http://www.hedging.eu
 
Schweine: Panikverkauf ?
MZI  Am: 15.09.2008 21:06:24 Gelesen: 2294# 42
Hallo Ina

Ich würde Sie gerne um eine kurze Kontaktaufnahme bitten.

Danke sehr

[Mail ist mit Klick auf den Namen über dem jeweiligen Beitrag einsehbar. Die Redaktion.]
 
Sojabohnen: Knappe Versorgung mit Ölsaaten
MZI  Am: 15.09.2008 19:44:06 Gelesen: 9531# 120
Servus Peter!

Vielleicht interessieren dich die Meinungen auf http://www.sojakomplex.de und http://www.hedging.eu.

Dort wurden die von dir erwähnten "Phänomene" schon letzte Woche angedeutet.

mfg
Martin
 
Schweine: Ende der Durststrecke / Billigere Futtermittel
MZI  Am: 28.08.2008 07:46:51 Gelesen: 952# 3
@ Richard Ebert [#1]

Ich bitte nicht zu vergessen, dass die österreichischen Bauernzeitung ein politisches Medium ist. Vor einer bevorstehenden Wahl könnte man unterstellen, dass hier eine Portion Zweckoptimismus im Spiel ist. Ansonsten ist dieser Artikel wenig aufregend.
 
Raps: Die Aussichten in den nächsten Monaten
MZI  Am: 23.07.2008 12:37:39 Gelesen: 1713# 8
Die gesamteuropäische Ernte ist viel besser als erwartet, zusätzlich werden aus der Ukraine, Russland, u.a. ca. 2,5 Mill. Tonnen exportiert werden. Der Importdruck bei uns wird also steigen. Zusammen mit den sinkenden Preisen bei Soja und Öl sind alle Zeichen auf "Fallend".
 
Österreich will Spekulation mit Agrar Rohstoffen besteuern
MZI  Am: 18.05.2008 17:32:45 Gelesen: 1628# 3
Unser Herr Minister ist immer gut für vollmundige Ankündigungen.

Frage: Wenn ich zur Ernte meine Silos mit Zukaufgerste fülle, und diese dann im Winter mit Gewinn verkaufe, bin ich dann auch ein Spekulant ?

Immerhin sind diese (Börsen)-Spekulanten ja auch Besitzer der Ware, und irgendwann gezwungen, diese Besitztitel zu verkaufen. Es KANN also NUR zu einer temporären Verschiebung eines Preisgefüges kommen.

Ganz richtig - es gibt keine Alternative zu einem freien und transparenten Markt.
Free markets for free men :-)
 
Schweine: V-Preis vom 16.05.08
MZI  Am: 18.05.2008 17:24:20 Gelesen: 943# 6
Danke Paul, Danke Landjus!

liebe Grüße aus Österreich

Martin
 
Schweine: V-Preis vom 16.05.08
MZI  Am: 16.05.2008 17:21:31 Gelesen: 1362# 3
Hallo

Kurze Frage: Wo kann ich die Vereinigungspreise des Jahres 2007 (in Zahlenform) einsehen? Ich bitte um einen entsprechenden Link.

Dank im voraus

Martin
 
Warenterminbörse Deutschland noch in den Kinderschuhen ?
MZI  Am: 15.01.2008 19:27:11 Gelesen: 2028# 4
Deutschland ?

Ich dachte, wir leben in Europa.
 

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